elektrik | wechselstrom (230VAC)

230 Volt Wechselstrom („Landstrom“) findet man an fast jedem Campingplatz und an vielen Stellplätzen. Diesen Strom können wir verwenden
– um im Fahrzeug 230V-Geräte zu betreiben
– um das Bordnetz mit 12V zu versorgen.

Beim Anschluss von Wohnfahrzeugen an den Landstrom verwendet man nicht die haushaltsüblichen Schuko-Stecker, sondern verpolungssichere Verbindungen, bei denen L, N und PE definiert sind; für den Anschluss seitens der Campingplatzbetreiber ist dabei CEE (die blaue Dose) vorgeschrieben. Für die Fahrzeugseite schreibt die DIN VDE 0100-721 ebenfalls eine verpolungssichere Verbindung (Einspeisedose) vor, dies muss nicht mehr zwingend auch eine CEE-Dose sein; es gibt aber auch andere verpolungssichere Verbindungen (z. B. DEFA, Neutrik).

Für das Anschlusskabel zum Fahrzeug ist eine Leitung mit 3 x 2,5 qmm vorgesehen (HO7RN-F), maximal 25m lang. Das beruht darauf, dass die Norm für die Platzbetreiber einen maximalen Abstand der Stromsäule zum Stellplatz von 25m vorsieht, was aber in der Realität leider häufig nicht erfüllt wird oder daran scheitert, dass das Kabel nicht im kürzesten Weg zur Einspeisedose am Fahrzeug gelegt werden kann.

Zunächst muss man wissen, dass 230V mit drei Adern herangeführt wird:

  • mit dem Außenleiter (Leiter), braun, auch schwarz, den ich ab jetzt nur noch L nennen wer­den (früher hieß das „Phase“)
  • mit dem Neutralleiter (blau), den ich jetzt nur noch N nennen werde
  • und dem Schutzleiter (PE) (grün/gelb

Diese Verkabelung wird auch im Wohnmobil so fortgesetzt (ab der Sicherung mit HO7RN-F / 3 x 1,5 qmm); dabei gilt die Regel, dass, wenn man Schalter ins 230V-Netz einbaut, man diese in L einbaut, also

>QUELLE (L) – braun – Schalter -braun – Verbraucher – blau – (N) QUELLE

Wem aufgefallen ist, dass die grün-gelbe Leitung (PE) nicht erwähnt wurde: das ist richtig, denn sie ist ein Schutzleiter für den Fall, dass aufgrund irgendwelcher Fehler leitende Teile (metallisch) eines Schalters oder eines Verbrauchers doch Kontakt mit dem Leiter bekommen haben und Strom führen. Dieser Schutzleiter wird im Fahrzeug mit der Masse, also einem metallischen, leitenden Karosseriepunkt, verbunden. Mithilfe eines grün-gel­ben Kabels verbinden wir also den ankommenden PE mit einem Massepunkt am Fahrzeug. Wenn wir unser Fahrzeug mit einem Toaster zuhause vergleichen, ist das dort genauso: dessen metallischen Teile sind auch mit dem Schutzleiter verbunden.

Ein Sonderfall ist das Ersetzen des Landstroms durch eine Ladestation (Powerstation): hier ist zu beachten, dass diese, an den Außenanschluss des Fahrzeugs angeschlossen, keine definierten Neutral- und Außenleiter zur Verfügung stellt; die Schutzleiterfunktion (des PE) ist nicht sichergestellt. Deshalb ist es, genau wie hinter einem Wechselrichter, bei einem solchen Anschluss erforderlich, eine PEN-Brücke zu setzen.

Jetzt kommt ein Loch ins Fahrzeug.

Hier wird die Einspeisedose [8] eingebaut und dann verkabelt bis zu einem kombinierten Leitungs­schutzschalter/Fehlerstromschalter [7]; Leitungsschutzschalter ist das, was man zuhause „Sicherung“ nennt, diese ist in erster Linie für den Kabel-/Geräteschutz da (drum der Name Leitungsschutzschalter, er schützt die Leitungen vor zu hohen Strömen), und den Fehlerstromschutzschalter (FI – gibt es zuhause auch); er dient dem Perso­nenschutz.

So ein Leitungsschutzschalter (LS) sitzt zuhause im L (braun oder schwarz), und eigentlich würde das auch im Wohnmobil reichen, der CEE-Stecker ist ja verpolungssicher, das heißt, man weiß, wo L ist. Aber das setzt Vertrauen in die Installation am Platz voraus, und manchmal muss man auch noch einen Schukostecker verwenden, und dann kann es durchaus sein, dass L und N vertauscht sind; das kommt leider auch bei CEE-Steckdosen am Platz vor. Nach der Norm muss der LS zweipolig schaltend sein, besser und nicht viel teurer ist es aber, wenn er zudem noch zweipolig überwacht ist. Deshalb nutzt man idealerweise eine Kombination aus zweipolig überwachtem Leitungsschutzschalter und FI; diese Teile (RCBO) sind fertig zu kau­fen.

Ab jetzt kann erstmal das 230V-Netz verkabelt werden, das immer getrennt von 12V sein muss. Mit dem 230V-Netz kann man im Prinzip alles das betreiben, was zuhause auch an 230V betrieben wer­den kann, und wir können im Wohnmobil natürlich auch Schuko-Steckdosen verbauen [6], damit wir unsere Geräte einstecken können.

Ein entscheidendes Gerät, das mit dem 230V-Netz verbunden wird, ist das Netz-Ladegerät; es wandelt den 230V-Wechselstrom in 12V-Gleichstrom um und versorgt damit das Bordnetz. In Wirklichkeit ist der Spannungswert etwas höher als 12V, um die Bordbatterie optimal zu laden. Damit sind wir dann im Gleichstromnetz angekommen.

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