elektrik | Gleichstrom (12VDC)

Das Netz im Fahrzeugaufbau ist ein Gleichstromnetz. Hier gibt es, im Gegensatz zum Wechselstrom (230V) kein L, N und PE. Im Gleichstromnetz fließen Elektronen immer in die gleiche Richtung, nämlich vom Minus- zum Pluspol. Diese physikalische Stromflussrichtung betrachten wir aber nicht weiter, sondern wir beschäftigen uns künftig nur noch mit der technischen Stromflussrichtung, das heißt, das für alle Pläne, Schalter und Sicherungen der Stromfluss von Plus nach Minus betrachtet wird. Wenn wir also Strom unterbrechen wollen (mit einem Schalter), oder eine Leitung absichern wollen (mit einer Sicherung), tun wir dies in der Plus-Leitung. Davon gibt es eine einzige Ausnahme: den (Haupt-)Trennschalter. Technisch gesehen könnte man den, wie alle anderen Schalter auch, in die Plus-Leitung setzen, aber wer das Kapitel über den Wechselstrom aufmerksam gelesen hat, erinnert sich, dass der grün-gelbe Schutzleiter (PE) des 230V-Netzes schon mit der Masse verbunden ist, um im Kapitel Wechselrichter werden wir weitere Verbindungen mit der Fahrzeugmasse herstellen. Das ist einer der Gründe dafür, mit dem Hauptschalter die Masseleitung zu trennen.

Masse (Minus) wird auch englisch „Ground (GND)“ (Erde – auch hier keine zufällige Namensgleichheit mit der „Erde“ des 230V-Netzes) genannt. Wir sprechen hier künftig also von einem Fahrzeug mit „Minus an Masse“ (ganz wenige Exoten haben Plus an Masse).

Masse heißt das auch deshalb, weil alle leitenden Fahrzeugteile, also metallische Teile zum Beispiel des Fahrgestells, mit Minus verbunden sind, oder, um bei der englischen Sprachwahl zu bleiben, an der Fahrzeugmasse „geerdet“ sind (ground).

In diesem Gleichstromnetz fließen also Ströme zu den Verbrauchern, die Quelle dieser Ströme ist in der Regel die Aufbaubatterie (AB). Außerdem fließen Ströme zur Batterie, um diese wieder aufzuladen.