Camping le Lidon

Wie im Spreewald …

… staken die Flößer ihre Flachboote, die Barques, durch die Kanäle vorbei an Zelten und Wohnfahrzeugen.

Im Regionalpark du Marais Poitevin führt das dichte Netz von Wasserstraßen auch nach langer Trockenheit noch Wasser, Mücken gibt’s hier dennoch nicht mehr als anderswo.



Le Lidon bietet ca. 140 große Stellplätze, einige davon mit festen „Tentes Lodges“. Zwei Sanitärgebäude beherbergen eine  ausreichende Anzahl von allem, was benötigt wird. Die WCs haben Brillen, Papier und Seife sind auch da. Und es ist sauber. Aus den Duschen strömt reichlich Warmwasser.

Der stattliche Pool liegt etwas abseits vom Platzgeschehen, hier kann getobt werden, ohne dass es bei den Campern geräuschmäßig ankommt. Gut gelöst auch der Restaurant- und Barbereich. Beide vor der Schranke. Selbst die abendliche Musikdarbietung des begrenzt begabten Alleinunterhalters dringt kaum durch, kurz nach 22 Uhr ist ohnehin Schluss.

Ebenfalls vor der Einfahrt liegt die Müllsammelstelle, davor die Entsorgung der Wohnmobile. Alles sehr durchdacht. Mit 6 Ampere abgesicherte Stromsäulen sind über etwa 2/3 des Geländes verteilt, im hinteren Bereich steht, wer autark ist. Der verfügbare Mobilfunk ist ausreichend, das WLAN im Rezeptionsbereich ist auch nicht performanter. Wir befinden uns nun mal in der Pampa.

Ein schönes Fleckchen mit hohen Bäumen, abseits von Verkehr und jenseits von Infrastruktur.

Wer möchte, kann am frühen Abend dem Vortrag des kundigen Besitzers lauschen und einiges über das Naturschutzgebiet lernen. Vorschläge für Aktivitäten hat der gute Mann zuhauf.

Dem Tenor einiger negativer Google Rezensionen können wir aus eigener Anschauung nicht folgen. Der Platz wird gut geführt, er ist sauber und ruhig. Richtig ist, dass die Plätze nicht durch Hecken getrennt sind. Während unseres Aufenthaltes an einem Wochenende im August war es jedoch so leer, dass jeder genug Raum und Privatsphäre hätte haben können.

Wenn hier etwas fehlt, dann ist das rein subjektiv das gewisse Etwas, Charme, Flair, Atmosphäre oder wie auch immer man es nennen mag. Der Platz ist nüchtern, Spirit ist der zutreffende Begriff. So erreicht Le Lidon die 5 Sterne nicht ganz.

Camping La Côte Sauvage

Nomen est Omen

Fährt man in der Hochsaison ohne Reservierung auf „Gut Glück“ auf die Île de Ré, kann das auch mal nicht funktionieren. Die guten Campingplätze sind nahezu komplett voll. Wegen der Waldbrände bei Bordeaux in diesem Jahr (2026) haben viele Urlauber noch auf die Inseln Ré und Oléron umgebucht.

Die angebotenen Restplätze sind meist zu klein, in der prallen Sonne oder neben dem Müllplatz, das möchten wir nicht.

Kurzum, auf dem Camping Côte Sauvage haben wir noch ein passendes Emplacement, schattig und mit relativ großzügigen Maßen, bekommen. Allerdings in einem stark frequentierten Bereich des ohnehin sehr trubeligen Geländes. Der von der französischen Homair Gruppe geführte Campingplatz ist riesig, liegt eigentlich recht gut an der Küste und verfügt tatsächlich auch über ruhigere Areale, auf denen jedoch präsentable Mietzelte die zahlungskräftige Kundschaft beherbergen. Die für Camper vorgesehenen Platzteile sind teilweise ok, teilweise schlicht unansehnlich beziehungsweise unterirdisch.

Es ist voll, laut und ständig irgendwo irgendwas los. Nichts für uns. Hinzu kommt, dass Strandbesucher den Weg über den Campingplatz nehmen. Ein Kommen und Gehen wie samstags in der Fußgängerzone.

Sanitäranlagen sind französischer Standard, WCs ohne Brille, immerhin mit Papier und Seife. Erstaunlich, wie viele Menschen mit deren Verwendung nicht vertraut zu sein scheinen. Für jenseits von 50 Euro pro Nacht würde man sich schon mehr als handwarmes Spülwasser wünschen. 

Offensichtlich gibt es eine hohe Zahl von Campern, die das alles nicht stört oder die das sogar so haben möchte. Hauptsache nahe am Meer. Für die gilt: Fahrt im August auf die Île de Ré zum CP Sauvage, da bekommt ihr all das und noch mehr.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Camping Sauvage ist professionell geführt, der Empfang mehrsprachig und freundlich. Das Restaurantangebot, die zahlreichen Aktivitäten sowie das Animationsprogramm dürfte dem einen oder anderen Gast zusagen. Ideal für Kinder. Nach 22:30 kehrt allmählich Ruhe ein.

Camping Les Bois Fleuri en Touraine

Campingnostalgie

Das Ziel gehört zwar zur Commune Saint-Épain, liegt aber viel näher bei Saint-Catherine-de-Fierbois. Um eine Anfahrt über endlose kleinste holprige Sträßchen zu vermeiden, empfiehlt sich für die Zieleingabe zunächst letztgenannter Ort. Von da aus ist es nicht mehr weit.

Wie der Name es vermuten lässt, liegt der kleine Campingplatz quasi im Wald, leicht terrassiert bis zum kleinen Angelteich. Die freundliche Inhaberin beäugt unseren 7,60 Meter messenden Caravan skeptisch. Sie glaubt kaum, dass wir mit diesem Gespann die engen Wege bis zum Wunschplatz meistern. Tatsächlich ist es Zentimeterarbeit und ohne Mover unmöglich.

Aber es lohnt sich. Wir thronen im oberen Geländebereich, nicht weit zu dem kleinen Gebäude, in dem sich die Sanitäranlagen befinden und auch gesessen, gegessen und gebrutzelt wird. Die übliche Snackkarte zeigt moderate Preise für ordentliche Gerichte. Brotbestellungen für den nächsten Morgen sind machbar, man kann sich ein französisches Frühstück auch im „Restaurant“ servieren lassen.

Gefunden haben wir den Platz aufgrund der zahlreichen positiven und wenigen negativen Google Rezensionen, wie zum Beispiel von Helen: „Gemütlicher, ruhiger, fast schon nostalgischer Campingplatz in einem kleinen Wald inmitten wunderschöner ländlicher Umgebung. Ein Ort zum Durchatmen.“

Oder etwa von Severine: „Ein bezaubernder Campingplatz, den wir uns ausgesucht hatten, nachdem wir zwei Tage zuvor die lauten Campingplätze in der Vendée verlassen hatten. Im Bois Fleuri fanden wir genau das, was wir suchten: einen naturnahen Campingplatz mit aufmerksamen Besitzern und geräumigen, schattigen Stellplätzen. Ein sehr sauberer Pool und moderne Sanitäranlagen.“

Da können wir uns nur anschließen. Wobei die Duschen etwas wärmer sein dürften. Als „Modern“ kann man allenfalls den Duschbereich bezeichnen, nicht jedoch die zwei WCs plus Stehklo.

Mit ausreichender Stromversorgung, Wasser in der Nähe, viel Geduld beim Zapfen und gemächlichem LTE campen wir hier fast nach Altvätersitte. Zum Einkaufen sind’s etwa 10 Kilometer. Die nahe Zufahrtsstraße wird hin und wieder mal von einem Trecker befahren, sie eignet sich kaum für mehr. Gut so. Ruhe und Beschaulichkeit gehören zum Wunschprogramm. 

L’Orangerie de Beauregard

kollektiver Wahn …

Zahlreiche positive, teilweise begeisterte Rezensionen, ein verlockender Internetauftritt, großzügige Abmessungen der Plätze und und und. Da muss man doch mal hin.

Wir waren dort.

Zunächst konnten wir wählen zwischen drei verschiedenen Plätzen, Schatten war Bedingung. Also kam die chaotisch wirkende vollgestellte Wiese Zelt an Zelt und Bulli an Van nicht in Frage. Auf dem ersten Stellplatz hätten wir nicht einmal unsere Markise ausfahren können, zu den nächsten Nachbarn rechts und hinten wären es etwa drei Meter gewesen. Der zweite daneben nicht viel größer, aber so uneben und löchrig, dass das Ausrichten des Wohnwagens unmöglich gewesen wäre. In unmittelbarer Nähe wilde Zeltgelage mit mutmaßlich zig unerzogenen Kinder von ökologisch-alternativen Eltern, denen die Antiautorität selbst in die Wiege gelegt wurde. 

Ein weiteren Platz war weder schattig noch ausreichend groß. Die laut Webseite angeblich mindestens 120 qm messenden Stellplätze haben wir nicht gesehen, wenn es hoch kommt, waren es 60 qm. Vermessen ist es zu behaupten, man könne sein Auto auf dem eigenen Stellplatz parken. Bitte wo?

Bei der Orangerie de Beauregard handelt es sich um ein sehr professionell auftretendes Unternehmen, welches Werbeaussagen so überzeugend platziert, dass die angelockten Gäste diese wohl zu übernehmen geneigt sind. Anders sind die vielen geradezu enthusiastisch klingenden Rezensionen nicht zu erklären. Oder die Besucher kennen es einfach nicht anders und meinen, das wäre super so.

Vor-Ort-Recherche, Campingerfahrung und Vorstellungskraft reichen aus, sich Realität und Qualität eines Aufenthalts auf Beauregard auszumalen. Auf das zweifelhafte Vergnügen, eine Nacht auf diesem Platz zu verbringen, haben wir gerne verzichtet.

Camping la Fromentelle

Bei unserer Ankunft auf dem kleinen Camping a la Ferme unweit der A26 sind die Chefin und der Patron gerade damit beschäftigt, den Sanitärbereich zu reinigen. Um es vorweg zu nehmen: alles jederzeit proper. WCs mit Brille, Duschen mit ausreichend Warmwasser.

Auch in der Hochsaison Mitte August haben wir freie Platzwahl, die allerbesten Pitches sind allerdings belegt, im hinteren Bereich mit Blick über die Felder. Wir stehen vorne schattig, das Gelände bietet rundherum älteren Baumbestand. In der Platzmitte sind Obstbäume gepflanzt, die zwar schon reichlich tragen (es darf gepflückt werden) aber noch zu klein sind, um vor der Sonne zu schützen.

Stromsäulen (CEE) sind über den Platz verteilt, Wasserzapfstellen ebenso. Steht man auf einem Eckplatz, braucht es schon ein 50 Meter langes Kabel.

Es wird 21 Uhr, es dämmert, es sind nur vereinzelt Stimmen von Campingnachbarn zu hören. Sehr ruhig, sehr angenehm. Wenn da nicht die Straße wäre, eine kleine D, aber man fährt schnell und laut. Das nervt.

Camping à la Ferme Pierre Faïn

Herzliche Gastgeber 

Lavendel, Rebstöcke, Äpfel- und Pfirsichsträucher, so präsentiert sich die Einfahrt zum Hof von Melita und Pierre.

Madam Faïn begrüßt uns freundlich mit ein paar Worten Deutsch. Jetzt in der Vorsaison ist der Platz kaum belegt. Ein kommodes schattiges Plätzchen ist also schnell gefunden, quasi inmitten der Vignobles.

Das Gelände ist zweigeteilt. Mehr zu Straße hin die Wiese mit zahlreichen mittelgroßen Bäumen, leicht abschüssig und eher für Zelte oder kleinere Vans geeignet. Weiter unten befinden sich sieben ca. 100 m² messende Plätze für Caravans  oder Wohnmobile. Für die 6 Ampere Strom braucht es den französischen Stecker.

Frische Maulbeeren vom Baum neben unserem Gefährt hatten wir bisher auch noch nicht. Köstlich.


Von hier aus sind es wenige Schritte bis zum Sanitärbereich. Mit je zwei WC’s und Duschen nicht üppig, aktuell kein Problem, bei höherer Belegung sicher. Alles sauber, Warmwasser auch zum Spülen.

Stille, manchmal ein fernes Rauschen von der D94. Sonst nichts. Die Nachtruhe ist vollkommen ungestört.

Wer, wie wir, das Chemieklo im Fahrzeug nutzt, muss zu dessen Entleerung 2 Kilometer nach Mirabel-aux-Baronnies fahren. Dort unterhält die Gemeinde einen kostenlosen Womo-Stellplatz mit Entsorgungsmöglichkeit. Das ist lästig aber machbar.

Zum Einkaufen, Tanken und Bummeln ist man ruckzuck in Nyons. Auf dem Hof werden eigene Produkte direkt verkauft. Man kann sogar Frühstück ordern oder Essen vorbestellen. Die ungewöhnlich hohe Google Durchschnittsbewertung von 4,9 hat sich dieser Camping Ferme ergo durchaus verdient. Nicht mit der Ausstattung, die ist allenfalls drei Sterne wert. Aber die Lage und das Terrain sind Spitze.

Am dritten Tag unseres Aufenthaltes wurden wir von Madame zum Aperitif eingeladen. Es gab köstliche Häppchen, Rosé, Oliven, Käse, Dessert, vieles aus eigenem Anbau. Ein wunderbarer Abend, bewirtet wie gute Freunde. Schade nur, dass wir vorher schon gegessen hatten, in der irrigen Annahme, es gäbe eben nur einen Aperitif. Im Laufe der Gespräche stellte sich heraus, dass unsere Wirtin, die eigentlich Stosse heißt, früher eine renommierte Köchin in St. Tropez war und dort die Reichen und Schönen bekocht hat.

Die Herzlichkeit unserer Gastgeber wirkt sich selbstverständlich auf die Gesamtbewertung aus, die hier nur differenziert erfolgen kann:

2 Sterne für Ausstattung und Sanitär, fünf für das Terrain und die Lage und auch fünf für die Gastgeber. Top.

Nachdem wir einen weiteren Platz in der Gegend kennen und uns andere angesehen haben, ist dieser hier die aktuelle Nr. 1, wenn’s es uns wieder in die Region führt.

Camping Les Ripettes

Camping PLATZ

So groß bemessene Stellplätze haben wir vorher kaum irgendwo angetroffen. Auf der Nr. 19 könnte man beinahe ein Fußballspiel austragen. Selbst die „kleinen“ Pitches sind immer noch mehr als ausreichend, keiner wie der andere, fast alle schattig dank des alten Baumbestands.

Und auch wenn man manchmal den Verkehr von der in der Nähe vorbeiführenden D2 hört, ist Les Ripettes ein sehr ruhiger Platz, nichts für Partycamper, kaum geeignet für Familien, denn auch der Pool ist eher ein Relaxbecken für die im Schnitt tendenziell älteren Gäste. Das passt.

Für einen mit offiziell drei Sternen kategorisierten französischen Camping eher ungewöhnlich: Auf den immer sauberen Sanitäranlagen finden sich WC-Sitze- und Papier, stets gefüllte Seifenspender und reichlich Warmwasser.

Außer den wirklich freundlichen Besitzern sehen wir kein weiteres Personal, Madam et Monsieur sind von früh bis spät am Rackern. Um sieben wird der Pool gereinigt, kurz danach das vorbestellte Brot ausgegeben, Check-out, Rasenmähen, Putzen … Alles immer Proper.

Keine Überraschung, dass sich einige der Nachbarn als Stammgäste erweisen, die, wie wir, ursprünglich eigentlich nur einen Durchreiseplatz gesucht hatten. Gekommen um zu bleiben.

Mit dem 10 Ampere Stromanschluss (CEE) kommen wir gut aus, zum Zapfen des Frischwassers sowie zu einer der zwei Sanitäranlagen ist es nicht weit. 

Sonntags kommt der Pizzawagen, dreimal in der Woche gibt es Fritten und Wurst am Snackkiosk. Zum Einkaufen sind es fünf Minuten mit dem Auto.

Die Mobilfunkversorgung ist mangelhaft, WLAN (kostenlos) nur in der Nähe der Rezeption verfügbar. Digital Detox.

Hier waren wir nicht zum letzten Mal.

Camping à la Ferme de l’Orme

Liberté, Tranquillité, Simplicité

So etwas wie eine Rezeption gibt es nicht, auch keine Webseite. Aline ist telefonisch oder per WhatsApp erreichbar. 


Ab der Einfahrt am besten langsamer als Schritttempo, die Schlaglöcher sind tief. Bei den ersten Wohnwagen stellt sich die Frage, ob das benutzte Stellplätze sind oder ob die weg können. Wir fahren durch bis zu den Nummern 1 bis 4. Nahe am „Sanitärbereich“. Alles für Euch, meint die überaus freundliche Wirtin. Sucht euch was aus, bleibt solange ihr mögt. Gemüse aus eigenem Bioanbau als Willkommensgeschenk.

Wir stehen auf der Wiese am Bach unter hohen Bäumen, haben 10 Ampere Strom, Trinkwasser in kurzer Distanz, Schatten, Licht und reichlich Platz. Mit dem böigem Mistral sind die 30 Grad recht angenehm, für unsere Markise wird’s Zeit, reinzufahren. Die Sanitäranlagen sind sauber und sehr schlicht, warmes Wasser kommt aus den Duschen, sonst bleibt der Zapfhahn kalt, auch zum Spülen.


Gegenüber hinter Hecken und Sträuchern ein paar Dauercamper, deren Etablissements haben auch schon bessere Zeiten gesehen.

Und dennoch oder gerade deswegen: De l’Orme ist bezaubernd, seine Einfachheit besticht den anspruchslosen Gast mit Entspannheit und Ruhe. Zur Schlafenszeit randaliert der Frosch manchmal, soll er doch lieber die Mücken fressen. Ein beachtlich großer Greifvogel hat es auf die Nester der Elstern abgesehen – sehr zu deren Missfallen – und demonstriert waghalsige Flugmanöver über dem Terrain direkt vor unserer Nase. Getier unbekannter Provenienz widmet sich dem draußen stehenden Abfall. Die Katze war’s nicht. Die hat auch Streit mit den Elstern.


Nicht weit vom pulsierenden Leben an der Küste entfernt (5G funzt), genießen wir das touristische Angebot. Und wenn wir des Trubels und der Besichtigungen überdrüssig sind, kehren wir zurück in diese Oase des Friedens.


Camping Municipal de Tulette

… kaum zu toppen

Jede hier verfasste Rezension ist selbstverständlich subjektiv und beeinflusst von den Gegebenheiten zum Zeitpunkt des Aufenthalts. Wenn alle Umstände perfekt zusammenpassen, fällt die Bewertung folglich entsprechend aus.

Den zahlreichen positiven Google Rezensionen ist kaum etwas hinzuzufügen. Ein unerwartet ruhiger Platz, schließlich liegt er am Dorfrand, man erwartet Straßen- und anderen Lärm. Nichts davon. Wir sind eingelullt vom Duft der Kiefern, propere Sanitärräume, großzügige Stellflächen, Schatten bei 30 Grad Ende Mai. Und dann die Umgebung: Im Umkreis von vielleicht 20 Kilometern etliche lohnenswerte Ziele, jeden Tag irgendwo ein Marché provençal. Mit dem Rad vorbei an Weinfeldern, sie streifen den Horizont. Dazwischen Lavendel, zaghaft beginnend, sich in Bälde kalenderblattfototauglich zu präsentieren, hier und da ein unerwarteter Blick auf den Mont Ventoux. Man ist beeindruckt. 

Abends geht’s zum Aperitif oder Essen drei Gehminuten ins Dorf. Morgendlicher Brotbedarf lässt sich hier auch stillen. Mehr als nur Baguette und Croissants hat der Bäcker neben dem einen Kilometer entfernten U Express. In der anderen Richtung dorfauswärts kann beim Intermarche ebenfalls den täglichen Bedarf decken, hier ist auch die Bank mit dem einzigen lokalen Geldautomaten, der nur während der Öffnungszeiten zugänglich ist.

Betreut wird der Gemeindeplatz von der liebenswerten Madame Valerie. Sie ist die gute Seele, kümmert sich um alles, hält den Laden zusammen und geht jeden Abend an jedem Caravan oder Mobil vorbei, um den Gästen einen bonne soiree zu wünschen.

Zufahrtseitig befindet sich das kommunale kleine Freibad. Es öffnet für die zwei Sommermonate Juli und August, das dürfte mehr Trubel zur Folge haben. Das zum Schwimmbad gehörenden Restaurant ist auch jetzt geöffnet, etwas Schall von dort kommt selten bis zum Platz, stört dann aber nicht weiter. Genausowenig wie die Pétanque Spieler auf der angrenzenden Freifläche. Wie sind ja auf dem Land. 

WLAN gibt’s nicht, 5G manchmal, LTE stabil langsam. Mit dem 6 Ampere Stromanschluss kommen wir hin, unter dem Strich ist das nicht das Ritz hier und das ist auch gut so.

Ein holdes Fleckchen. Immer wieder gerne.

Camping Le Vieux Moulin

Camping wie im Stadtpark

Zunächst etwas skeptisch angesichts der auf der Karte erkennbaren Lage im Ort besuchen wir etwa 40 Kilometer nördlich von Lyon den Municipal von Châtillon-Sur-Chalaronne.

Nachdem der Patron uns während seiner Mittagspause die Schranke geöffnet hat, fahren wir auf ein mit etwa 100 Plätzen relativ großes Campinggelände, das in weiten Teilen auch als Stadtpark dienen könnte.

Ein gemütlicher Stellplatz (ca. 130 m²) im Schutz der Bäume ist schnell gefunden, wir haben reichlich Auswahl. Wie üblich wird nach dem Aufbau inspiziert. 

Auffällig und eher untypisch für einen kommunalen Platz sind zum einen die Mobilheime und zum anderen die Saisoncamper. Alles gut durchmischt, keineswegs störend, lediglich unerwartet. 

Die zweite Besonderheit betrifft die Sanitärräume. Nicht weil diese schon in die Jahre gekommen sind, jedoch überwiegend sauber und gepflegt wirken, sondern weil es so viele gibt. Insgesamt drei Gebäude, eins mittig, die beiden anderen links und rechts, mit jeweils reichlich Kapazitäten. Das sollte auch bei Vollbelegung passen. Und wer das zweifelhafte Vergnügen sucht, ein altes französisches Stehklo zu benutzen, der käme hier auch zum Zuge. Unterdessen sind ganz überwiegend  Standard-WC ohne Brille in genügender Anzahl vorhanden. Die Dusche gleich rechts bietet ausreichend Wasserdruck, die anderen eher nicht.

Bei während unseres Aufenthalts geringer Belegung ist die Platzbar nicht geöffnet, insgesamt kann das Terrain dennoch mit seiner Infrastruktur punkten. Wifi ist zwar nur im Rezeptionsbereich, 5G jedoch flächendeckend verfügbar. Hunde sind erlaubt. Einkäufe lassen sich sogar zu Fuß im Intermarché SUPER gleich um die Ecke erledigen

Manchmal hört man im Hintergrund ein tolerables Rauschen von der Straße. Auf dem sich an der Chalaronne entlangstreckenden Platz selbst ist es ansonsten ruhig. Über eine Holzbrücke am Hinterausgang (mit Türcode) quert man den Fluß und erreicht gleich das städtische Schwimmbad, auf dessen Parkplatz sich auch der Wohnmobilstellplatz befindet. Dort parken einige Fahrzeuge für 13,60 Euro pro Nacht, wir stehen für weniger als das Doppelte deutlich besser. Am Ausgang gleich links führt ein Fußweg in das Naturschutzgebiet um den Etang Grobon. Sehr sehenswert.

Das Städtchen selbst hat Charme, ist jedoch schnell erkundet.

Fazit: Es bestätigt sich ein weiteres Mal, dass wir bei Municipal Campings häufig fündig werden: Ruhe, großzügige Stellflächen, gute Sanitärräume, Einkaufen in der Nähe, zu Fuß ins Dorf zum Café. Kein weiterer Schnickschnack. Wegen der vielen Mobilheime und der vermuteten Belegung in der Hauptsaison würden wir diesen Municipal nur für die Reisezeit außerhalb der Ferien empfehlen. 

4,5 Sterne, weil die Sanitärräume teilweise wirklich sehr renovierungsbedürftig sind. Der tolle Empfang macht’s fast wett.

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