Camping à la Ferme Pierre Faïn

Herzliche Gastgeber 

Lavendel, Rebstöcke, Äpfel- und Pfirsichsträucher, so präsentiert sich die Einfahrt zum Hof von Melita und Pierre.

Madam Faïn begrüßt uns freundlich mit ein paar Worten Deutsch. Jetzt in der Vorsaison ist der Platz kaum belegt. Ein kommodes schattiges Plätzchen ist also schnell gefunden, quasi inmitten der Vignobles.

Das Gelände ist zweigeteilt. Mehr zu Straße hin die Wiese mit zahlreichen mittelgroßen Bäumen, leicht abschüssig und eher für Zelte oder kleinere Vans geeignet. Weiter unten befinden sich sieben ca. 100 m² messende Plätze für Caravans  oder Wohnmobile. Für die 6 Ampere Strom braucht es den französischen Stecker.

Frische Maulbeeren vom Baum neben unserem Gefährt hatten wir bisher auch noch nicht. Köstlich.


Von hier aus sind es wenige Schritte bis zum Sanitärbereich. Mit je zwei WC’s und Duschen nicht üppig, aktuell kein Problem, bei höherer Belegung sicher. Alles sauber, Warmwasser auch zum Spülen.

Stille, manchmal ein fernes Rauschen von der D94. Sonst nichts. Die Nachtruhe ist vollkommen ungestört.

Wer, wie wir, das Chemieklo im Fahrzeug nutzt, muss zu dessen Entleerung 2 Kilometer nach Mirabel-aux-Baronnies fahren. Dort unterhält die Gemeinde einen kostenlosen Womo-Stellplatz mit Entsorgungsmöglichkeit. Das ist lästig aber machbar.

Zum Einkaufen, Tanken und Bummeln ist man ruckzuck in Nyons. Auf dem Hof werden eigene Produkte direkt verkauft. Man kann sogar Frühstück ordern oder Essen vorbestellen. Die ungewöhnlich hohe Google Durchschnittsbewertung von 4,9 hat sich dieser Camping Ferme ergo durchaus verdient. Nicht mit der Ausstattung, die ist allenfalls drei Sterne wert. Aber die Lage und das Terrain sind Spitze.

Am dritten Tag unseres Aufenthaltes wurden wir von Madame zum Aperitif eingeladen. Es gab köstliche Häppchen, Rosé, Oliven, Käse, Dessert, vieles aus eigenem Anbau. Ein wunderbarer Abend, bewirtet wie gute Freunde. Schade nur, dass wir vorher schon gegessen hatten, in der irrigen Annahme, es gäbe eben nur einen Aperitif. Im Laufe der Gespräche stellte sich heraus, dass unsere Wirtin, die eigentlich Stosse heißt, früher eine renommierte Köchin in St. Tropez war und dort die Reichen und Schönen bekocht hat.

Die Herzlichkeit unserer Gastgeber wirkt sich selbstverständlich auf die Gesamtbewertung aus, die hier nur differenziert erfolgen kann:

2 Sterne für Ausstattung und Sanitär, fünf für das Terrain und die Lage und auch fünf für die Gastgeber. Top.

Nachdem wir einen weiteren Platz in der Gegend kennen und uns andere angesehen haben, ist dieser hier die aktuelle Nr. 1, wenn’s es uns wieder in die Region führt.

Camping du Marais

Mitten in einem kaum besiedelten, landwirtschaftlich geprägten Umfeld im Burgund liegt dieses Kleinod an einem Teich. In dieser Gegend wird der Crémant de Bourgogne produziert, die Champagne beginnt erst 5 km weiter, deshalb darf er sich nicht Champagner nennen. Renoir hat hier seine Landschaften gemalt.

Aus Norden kommend, führt einen das Navi über eine Straße, die den Namen „Grande Rue“ trägt, aber in dem Fall bezieht sich das Adjektiv nicht auf die Breite, im Gegenteil, sondern auf die Länge. Die Breite wird dann auch ein Thema bei der Platzzufahrt: mit 2,50m wird es für Wohnwagen und Wohnmobile am Tor zu eng werden, Doppelachser sind ohnehin nicht erlaubt.

Hat man das Tor – das übrigens um 22 Uhr geschlossen wird – überwunden, trifft man zunächst auf das kleine, aber mit Allem ausgestattete Sanitärgebäude. Toilettenbrillen, Seife, Papier – alles da, top gepflegt vom freundlichen und sich um alles kümmernden Platzmanager, der zwar nicht alle Fremdsprachen dieser Welt beherrscht, aber perfekt mit seiner Übersetzungsapp klar kommt.

Hier wird auch gespült (außen), Waschmaschine und Trockner, wie üblich gegen Gebühr, gibt es natürlich auch.

Auch bei den Details wurde nachgedacht, Entsorgung und Frischwasser sauber getrennt.

Am Sanitärgebäude vorbei links geht es dann zu den knapp 20 Plätzen, von denen man sich einen aussuchen kann. Es gibt Schatten, Sonne, Halbschatten, 16A CEE-Strom, Wasserzapfstellen, vor allem aber: Ruhe. Um 22 Uhr hört man nichts mehr – und wagt es auch nicht, noch selbst Geräusche zu machen. Auch wenn die Anlage nicht explizit nur für Erwachsene kategorisiert ist: sie ist für Kinder nicht geeignet.

Betreiber des Areals, also einschließlich der Teiche, ist eine Art kommunaler Zweckverband, es ist ein „Camping Municipal“, ohne diese Bezeichnung offiziell zu führen.

Auf dem Gelände des Zweckverbandes liegt ein Gourmet-Restaurant mit Außenterrasse, wenn man sich das leisten will: es lohnt sich.

Das war dann auch die Infrastruktur, Einkäufe jeglicher Art erledigt man in Châtillon-sur-Seine. Wer spät frühstückt, kann – außer montags – auf den mobilen Bäcker warten, der sich gegen 10 Uhr durch Hupen bemerkbar macht.

Außerhalb der Hauptrouten gelegen, aber etwas zum Wiederkommen, zum Runterkommen – Entspannung pur.

Camping Château La Garenne

schwer zu beschreiben …

Wie beschreibt man einen Campingplatz, der eigentlich kein Campingplatz ist?

Durch eine Kastanienallee fährt man auf das „Chateau“ zu, das dem Platz einen Teil seines Namens gibt. Es ist ein Bauteil eines ursprünglich dreigliedrigen Gebäudes. Umgeben ist es von den nicht mehr vollständig erhaltenen ehemaligen Wirtschaftsgebäuden der nahegelegenen, aufgegebenen Abtei, die die Mönche von Mont St. Michel gegründet hatten. Das Chateau selbst soll im 18. Jh. erbaut worden sein, damit die Kinder des Königs standesgemäß untergebracht waren, während sie ihre Ausbildung durch die Mönche erhielten.

ehemalige Abtei, jetzt kommerziell genutzt


Man befindet sich in der „normannischen Schweiz“, die Anfahrt geht bergauf und -ab, und im Einfluss des Atlantik-Klimas. Der Platz ist, wohl aus diesem Grund, ganzjährig anfahrbar.

Die Besitzerin des Anwesens nutzt es landwirtschaftlich, sie züchtet schottische Highland-Ponies, und bis auf fünf Katzen gibt es kein weiteres Getier.

… in der Nacht zuvor geboren …

Auf Reservierungsanfragen über die Webseite kommt nicht zwingend eine Antwort, man fährt auf gut Glück hin. Hat man die erwähnte Kastanienallee befahren, guckt man mal nach, ob jemand zuhause ist. Die englische Besitzerin, mit ihrer herzlichen Art zeigt dann das Gelände, man stellt sich irgendwo hin, es gibt keine festen Plätze, keine Markierungen und auch sonst nichts, was an einen Campingplatz erinnert. Die Frage, wie lange man zu bleiben gedenkt, stellt niemand – man bleibt, bis man wieder fährt.

Strom musste gesplittet werden (wir waren mit zwei Fahrzeugen unterwegs, bei unserer Ankunft reiste gerade ein Wohnmobil ab, sonst war niemand da). Im ersten Stock des Gebäudes, in dem die Ferienwohnung liegt, ist ein Bad mit Dusche und WC, das nutzt man mit. Kein Luxus, keine weitere Infrastruktur.

Das alles funktioniert, weil die maximal fünf Stellplätze vermutlich nie auf einmal belegt sind.

Absolute Ruhe, tagsüber und nachts, bis auf den Umstand natürlich, dass so ein Pferd schonmal wiehert.

Der Ort ist nur 1,5 km entfernt, hier gibt es Bäcker und Discounter.

Um diesen Platz zu verstehen, sollte man ausnahmsweise die Rezensionen lesen. Das ist nichts für Jeden, kein Komfort-Camping, und nach meiner Meinung völlig ungeeignet für Familienferien. Ruhesuchende Alleinreisende oder Paare (auch mit tierischem Anhang) können sich hier aber wohlfühlen.


Zu diesem Platz, der keiner ist, gibt es kein Fazit, aber wenn ich nochmal in der Gegend bin, fahre ich hin.




Camping Municipal La Clochette

Wildcamping mit Strom und Wasser

Aus nördlicher Richtung über holprige Seitenstraßen anreisend präsentiert das Burgund seine üppigen Reize. Weinberge links und rechts, ein paar kleine Dörfchen und hier und da ein malerisch herrschaftliches Anwesen. Wo sind bloß die Ritter?

Zu Saisonbeginn ist der Platz (etwa 60 Stellplätze, davon ungefähr 2/3 schattig) noch fast leer, wir haben die Auswahl und platzieren uns im Schatten großer Bäume direkt am beschaulichen Flüsschen. Unser Terrain misst ca. 160 qm, ist links und rechts durch Hecken begrenzt und wirkt gefühlt größer. Es ist und es bleibt ruhig und friedlich, das Lauteste ist das Vogelgezwitscher.

Obligatorisch erfolgt nach dem Aufbau die Sanitärinspektion: alt, eng, sehr sauber, heißes Wasser ausreichend, vollkommen ok; Toiletten nach klassischer Geschlechterverteilung, Duschen unisex.

Uns kommt es angesichts des Umstands, dass der Campingplatz quasi leer ist, wie Wildcamping mit Strom und Wasser vor. Die Fantasie des einigermaßen erfahrenen Campers reicht jedoch aus, sich vorzustellen, wie es vor allem bezüglich der dann keinesfalls ausreichenden Sanitärkapazitäten bei Vollbelegung aussieht. Insofern ist die platzeigene 2-Sterne-Bewertung wohl angemessen. Und auch das wirklich niedrige Preisniveau spiegelt dies wider.

Das Büro ist nur sporadisch besetzt, bei Anreise sucht man sich einen Stellplatz aus und meldet sich später an. Es wird empfohlen, kleinere Scheine mitzuführen, Kartenzahlung funktioniert nicht.

Strom 10 Ampere, Wasserzapfstellen gut verteilt, Chemietoiletten-Entleerung in archaischer Art und Weise im Grauwasserabfluss der Wohnmobile. Wifi ist vorhanden und performant, bei steigender Nutzerfrequenz dürfte sich das ändern. Der Bäcker im Dorf hat dauerhaft geschlossen, für die Nahversorgung einschließlich des morgendlichen Brotbedarfs gibt’s einen kleinen Proxi, der ab mittwochs geöffnet hat.

Am Abend tankt man gerne noch etwas Dorfleben, Personal und Gäste der örtlichen Bar spielen Boule, es gibt eine gut besuchte Pizzeria oder das Stück italienisches Nationalgericht vom Wagen auf dem Marktplatz. Idylle Bourbuignon.

Die Gegend bietet zahlreiche empfohlene Fahrrad- und Wanderrouten. Die nächstgrößere Stadt ist das 13 Kilometern entfernte Cluny.

Ein schöner Camping Municipal zum Wiederkommen, aber nur außerhalb der Saison.

Gervanne Camping

Roter Faden: gut geführt

Gervanne Camping liegt an der Einmündung der Gervanne in die Drôme inmitten einer atemberaubenden natürlichen Umgebung, umgeben von malerischen Hügeln. Der Platz ist durch die Straße zweigeteilt, unter der Straßenbrücke gibt es für Fußgänger jedoch eine Verbindung zwischen den beiden Platzteilen.

Die Freundlichkeit des Personals nicht nur beim Empfang zieht sich wie ein roter Faden durch den Aufenthalt und untermauert den Gesamteindruck, dass diese Anlage sehr gut geführt wird. Die Sanitäranlagen (mit insgesamt nur einem Urinal) waren immer sauber (Besuch nicht in der Hauptsaison), das Gelände gut gepflegt und liebevoll gestaltet. Dies unterstützt das Gefühl eines angenehmen Aufenthaltes in einer idyllischen Lage auf den mit viel Bewuchs, teilweise sehr alten Bäumen, umgebenen Stellplätzen. Die sind überwiegend großzügig bemessen und bieten ausreichend Platz für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte.

Auf den unteren Arealen, in Flussnähe, steht man sicherlich angenehmer als im oberen Bereich des jenseits der Rezeption gelegenen Platzteils, wo die Stellplätze mehr an das klassische Camping erinnern. Etwas abgeschiedener geht es in dem Bereich zu, der auf der gleichen Seite wie Rezeption und Gastronomie liegen.

Diverse Freizeitaktivitäten werden rund um Bar und Schwimmbad angeboten, unter anderem auch eine Art „Open-Air-Fitness-Studio“.

Versorgung

Strom CEE/10A, kostenloses WLAN gibt es im Bereich der Bar, allerdings nicht sehr performant, was Rückschlüsse auf das im Übrigen kostenpflichtige WLAN zulässt. Die Mobilfunkversorgung ist ausreichend.

Am Platz gibt es ein Lebensmittelgeschäft, das ohne Vorbestellung ab 07:30 Uhr auch Backwaren bereit hält. Größere Einkäufe erledigt man im knapp 5 km entfernten Gewerbegebiet von Aouste-sur-Sye, mit dem Fahrrad gelangt man dahin ganz gut, wenn man den Platz nach rechts verlässt und dann hinter der Brücke sofort rechts abbiegt. Natürlich bietet auch der Ort selbst einen provenzalischen Wochenmarkt.

An der Bar sitzt man ganz nett mit dem Wasserfall der Gervanne im Hintergrund, die Speisekarte war in der Vorsaison etwas pizzalastig. Alternativ gibt es in 300m Entfernung eine örtliche Gastronomie und gegenüber eine Bäckerei.


Wer stadtnäher, aber mit deutlich weniger Komfort, stehen will, kann sich Camping Clorinthes ansehen.



Camping Le Pesquié

Am Fuße der Alpilles ….

.. und gut 2 Kilometer entfernt von dem beschaulichen Örtchen Eygalières liegt der kleine Campingplatz Le Pesquié an einer kaum befahrenen Nebenstraße. 

Le Pesquié ist ein sogenannter Camping Ferme, also eine Art französischer Minicamping. Etwa 25 bis 30 Plätze verteilen sich auf zwei Bereiche mit eher sonnigen und teilweise schattigen Stellmöglichkeiten, deren Abgrenzung allenfalls durch Bewuchs erkennbar ist.

Die Rezeption ist nur am Abend besetzt, ankommende Camper werden per Aushang gebeten, sich einen Platz auszusuchen. Die Anmeldung erfolgt dann sehr unkompliziert irgendwann später. Diese Vorgehensweise spiegelt die gesamte Atmosphäre auf dem kleinen Camping wieder: Absolut entspannt, bitte keinen Stress, nur Ruhe und Gemütlichkeit. Allerdings wird der eher anspruchsvolle Komfortcamper hier wohl weniger glücklich.

Das Gelände ist gärtnerisch nicht besonders gepflegt, die teilweise sehr spärlich beleuchteten Sanitärräume sind alt, die Duschen etwas beengt, Warmwasser ist eher Lauwarmwasser, Temperaturregelung Fehlanzeige. Die Toiletten sind mit Brille ausgestattet, Papier gibt’s auch in ordentlicher Qualität. Während unseres Aufenthalts haben wir die Räume immer sauber und gepflegt vorgefunden. Das Preis-Leistungsverhältnis empfanden wir als günstig mit Ausnahme der 5 Euro Gebühr für die Waschmaschine ohne Schleudergang.

Wer etwas sucht, findet die nächste Stromsäule zwischen den Sträuchern (vermutlich 10 Ampere), ein langes Kabel ist empfehlenswert. Reparuren an den Säulen scheinen allerdings nicht stattzufinden.

Das nur im Rezeptionsbereich verfügbare WLAN ist bemerkenswert performant, auf dem Grundstück empfängt man 4G mit kleinen Aussetzern. Morgenlicher Brotservice wird nicht angeboten.

Wir haben uns hier trotz der beschriebenen „Defizite“ richtig wohl gefühlt. Ein sehr ruhiger, charmanter Platz mit einer perfekten Lage für Ausflüge, z.B. auf dem Radweg nach St. Remy de Provence, zu Fuß nach Eygalières zum Kaffee, Bäcker, Metzger oder Wochenmarkt oder etwa mit dem Auto nach Avignon. Einmal in St. Remy haben wir auch einen Blick auf den stadtnahen CP Monplaisir geworfen. Immerhin mit durchschnittlich 4,7 Sternen bei Google bewertet hat uns das 4-Sterne Anwesen nicht überzeugt: Kleine Emplacements, so gut wie nirgendwo Schatten. Das können auch die guten Sanitärräume nicht kompensieren. Da machte der nicht weit entfernte Camping Mas de Nicolas schon einen etwas besseren Eindruck, obwohl man auch hier keinen großzügigen Pitches findet, ist das Gelände durch mehr Bäume und Sträucher zumindest teilweise schattig und durch die leichte Hanglage auch ansprechender aufgeteilt. Beide Plätze reichen für uns jedoch nicht an den Favoriten in Eygalières heran. So waren wir froh, nach dem Ausflug ins Städtchen wieder dort zu landen.

Kurz und knapp trifft es eine Google Rezension, in der Le Pesquié als Camping wie auf dem Bauernhof beschrieben wird. In einer anderen Bewertung heißt es, Ruhe ist ein Teil der DNA des Platzes. Dem können wir uns uneingeschränkt anschließen. 

Camping Saint-Martin

Rezeption

Der Empfang lief, nach vorheriger telefonische Buchung, freundlich und unkompliziert ab. Ein paar Daten notiert – fertig. Es gibt ausreichend Informationsprospekte über die Umgebung und eine kleine Auswahl essentieller Produkte.

Gelände

Das mit gut 50 Plätzen mittelgroße Areal liegt unmittelbar am Rand von Sorèze, in wenigen Minuten ist man zu Fuß in den kleinen beschaulichen Örtchen.

Der Baumbestand sorgt dafür, dass die meisten der gepflegten Stellflächen – überwiegend Rasen – ganz oder zumindest teilweise über Schatten verfügen. Auch die Größe ist angenehm, wenn man nicht in ständiger nachbarschaftlicher Verbundenheit zum Nachbarn campen will.

Ein kleiner Pool bietet Abkühlung, ist aber nicht für Sportschwimmer geeignet.

Es ist tagsüber und nachts ruhig. Erwähnt werden sollte allerdings der Umstand, dass unmittelbar angrenzend ein Sportplatz liegt, der während unseres Aufenthaltes aber nicht störte und auch nicht den Eindruck erweckte, als würden dort häufig Liga-Spiele stattfinden, er scheint eher der Freizeitbeschäftigung der örtlichen Kicker zu dienen.

Zwischen 23 und 7 Uhr ist Platzruhe (auch Fahrverbot).

Sanitär

Der Sanitärbereich ist zweckmäßig, vor allem aber immer sauber, die Anzahl der sanitären Einrichtungen erschien ausreichend. Waschmaschine und Trockner (gebührenpflichtig) stehen bereit.

Versorgung

Strom (10A/CEE) und Wasser sind in Stellplatznähe, Wifi gibt es kostenlos, der Mobilfunkempfang ist gut

Brötchen oder auch ein komplettes Frühstück kann man vorbestellen, ansonsten gibt es eine kleine Snackbar mit beschränktem Speiseangebot und nicht täglichen und saisonabhängig im Tageslauf unterschiedlichen Öffnungszeiten. Gastronomie und Bäcker sind im Ort zu finden, und an dessen anderem Ende auch ein Super-U.

Umgebung

Spaziergänge unternimmt man vom Platz aus, eine Fahrradroute führt daran vorbei, und wer mobil ist, kann natürlich auch Toulouse, Albi, Carcassonne oder Castelnaudary besichtigen und zum Canal du Midi fahren – auch mit dem Fahrrad.

Camping Manzac Ferme

Empfang

Beim Befahren des Platzes wurden wir von einem Schild begrüßt, das nicht nur unsere Namen, sondern auch den des mitreisenden Vierbeiners enthielt. Kurz danach erschien das Besitzerpaar, das sich viel Zeit nahm, um uns zu im wahrsten Sinne des Wortes „Willkommen“ zu heißen und alles ausführlich zu erklären.

Beim Vierbeiner, der übrigens am Ende des Aufenthaltes höchst unwillig den Platz wieder verlassen wollte, wird nicht auf das Alter geachtet, ansonsten ist das eine Einrichtung nur für Erwachsene.

Gelände

Es ist schwierig, dieses wirklich einzigartige Platzgelände zu beschreiben. Rechts der Einfahrt befinden sich die sechs Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile. Sowohl die Zufahrt als auch die weitgehend ebenen Plätze selbst sind mit Schotter belegt, sodass man auch in der Regenzeit keine Probleme bekommt und nicht durch Schlamm waten muss. Zwischen den Plätzen dann Rasen, Baum- und Strauchbestand. Somit sind sie schattig, zumindest aber teilschattig.

Stellplätze, Blick aus Richtung Hauptgebäude/Zufahrt

Diese wenigen Stellplätze machen aber nur den geringsten Teil des Areals aus. Von den Stellplätzen blickt man nicht nur hangabwärts, dort kann man auch bis zum Fluss hinunter gehen, im ganz linken Teil der Hanglage sind dann auch die fünf Plätze für Zelter. Am Fluss liegt auch ein Kahn, den man, wenn nicht gerade Hochwasser ist, benutzen kann.

Diese weitläufige und naturbelassen begrünte Mischung zwischen Park und Wald erschließt sich durch die freigeschnittenen Wege. Ohnehin ist hier alles liebevoll gestaltetet und gepflegt, naturnah angelegt und vom Betrieb her ökologisch orientiert.

weitläufiges Platzgelände, auch für einen kleinen Spaziergang ausreichend

Zwar führt direkt am Platz eine Straße vorbei, die ist jedoch so selten befahren, dass sie in keiner Weise stört.

Sanitär

Der Sanitärbereich beinhaltet eine Spülgelegenheit, zwei WCs und zwei Duschen – auch hier alles immer im Top-Zustand.

Versorgung

Für die Stellplätze steht Strom (6 A/frz. Schuko/pauschale Berechnung) zur Verfügung, auf den Zeltplätzen gibt es keine Stromanschlüsse. Wasser holt man am Hauptgebäude.

Hauptgebäude aus Richtung der Stellplätze

Die Inanspruchnahme von im Durchgang zum Sanitärbereich zu findenden Eiern, kalten Getränken und Eis wird auf Vertrauensbasis abgerechnet.

Für Einkäufe oder Gastronomiebesuche ist Fahren angesagt.

Mobilfunk und WLAN funktionieren.

Fazit

Einer der besten Plätze, die ich angetroffen habe – klare Empfehlung (natürlich nicht für Familien mit Kindern).

Camping Municipal Val Rose

Unter den Linden

Etwa in Frankreichs Mitte im Departement Lour-et-Cher liegt der kleine historische Ort Mennetou-sur-Cher, und hier unterhält die Gemeinde den Camping Municipal Val Rose. Das Gelände erinnert mit seinen hohen schattenspendenden und manchmal betörend duftenden Linden eher an einen gepflegten Park als an einen typisch gezirkelten Campingplatz. Die Rasenstellplätze, die man sich bei Ankunft selbst aussucht (und sich nach 17 Uhr anmeldet), sind ausgesprochen großzügig auf der gärtnerisch gepflegten Anlage verteilt und durch die Bäume oder unterschiedlich hohe Hecken voneinander abgegrenzt. 

Wer Wert auf moderne Sanitärräume legt oder etwa solche Dinge wie eine Ablage oder Kleiderhaken wünscht, sollte Val Rose meiden. Uns haben die sehr einfachen, alten, aber stets sauberen Einrichtungen genügt. Der freundliche Platzwart reinigt dreimal täglich. Zweifel kommen bei der Frage auf, ob die Anzahl der WCs und Duschen bei Vollbelegung der ca. 50 Plätze ausreichen würde, aber es kann auch bezweifelt werden, dass es auf diesem Platz jemals zu einer Vollbelegung kommt. WLAN haben wir nicht vermisst, die Mobilfunkversorgung ist völlig ok. Stromanschlüsse (6 Ampere oder höher) mit CEE Stecker.

Viele Besucher nutzen den Platz zur Durchreise. Tagsüber, wenn alle abgereist sind, ist es hier absolut ruhig, man hört nur die Vögel und hin und wieder einen Zug. Selbst am Abend werden auch die neu angereisten Camper offensichtlich von der Ausstrahlung des Platzes eingefangen, um 22 Uhr ist Ruhe, jedenfalls während unserer Aufenthalte. 

Mennetou-sur-Cher mit seinem sehenswerten historischen Ortskern ist recht schnell besichtigt, im Ort gibt es eine kleine Metzgerei und einen Bäcker, von den Strapazen erholt man sich dann beim Kaffee oder Bierchen direkt am Canal de Berry. Einkäufe lassen sich im 1,5 Kilometern entfernten Nachbarort in dem kleinen Utile-Markt erledigen.

Naturcamping Braunsbach

Braunsbach, Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, liegt am östlichen Ufer des Flusses Kocher, der Campingplatz selbst zieht sich auf der gegenüberliegenden Flussseite entlang und hat zu diesem unmittelbaren Zugang (ein Kanu für eine kleine Paddeltour im Staubereich kann ausgeliehen werden). Das schöne, naturnahe Gelände mit teilweise altem Baumbestand bietet ausreichend große Stellplätze, sonnig oder schattig, ganz überwiegend auf Rasen, weshalb das Auslegen von Folien, Planen und Vorzeltteppichen nicht erlaubt ist.

Während der Platzruhe von 13:00 – 15:00 und 22:00 – 07:30 Uhr ist die Zufahrt geschlossen.



Nicht auf jedem, aber auf diesem Platz trifft man auf eine Gemeinschaftsholzhütte mit Sitzgelegenheiten und gemauertem Grill, es gibt auch zwei Feuerstellen mit Schwenkgrill.

Am Anfang, also bei der Einfahrt, befinden sich Rezeption und Sanitärgebäude; wer also einen Stellplatz am Ende des Campingbereichs auswählt, muss zum Sanitärgebäude rechtzeitig losgehen, findet es dann aber sauber vor.

Waschmaschine und Trockner sind verfügbar, 16A-CEE-Strom wird verbrauchsabhängig berechnet, die Zähler sind am Stellplatz. Wohl, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden, ist die Nutzung von Klimaanlagen grundsätzlich nicht gestattet. Wasserzapfstellen sind genug vorhanden, WLAN ist kostenlos.

Die Rezeption bietet innen und außen Sitzplätze, hier gibt es eine kleine Speisenauswahl, täglich (auch sonntags) Brötchenservice, auf Vorbestellung auch Frühstück. Zudem können Gasflaschen getauscht werden. Im Ort, der über die Brücke fußläufig erreichbar ist, gibt es einen kleinen Lebensmittelmarkt und einige Gaststätten.

Der Radweg entlang des Kocher ist ebenfalls schnell erreicht, und wer kein E-Bike mit hat, aber eines ausleihen möchte, kann dies tun.

Man kann sich hier wohlfühlen, es gibt bis auf den „großen“ Einkauf genügend Infrastruktur, um ein paar Tage zu verbringen.

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