Waldcamping Erzgebirge Amtsberg

Einsam im Wald gelegen und deshalb sehr ruhig ist dieser Platz, nur gelegentlich und abhängig von der Windrichtung ist auf den hinteren Platzteilen die mehrspurige B 174 als Hintergrundgeräusch zu hören.

Die Betreiber haben vor ein paar Jahren, begleitet von entsprechendem Getöse in den sozialen Medien, ihr Betriebskonzept umgestellt, nunmehr sind nur noch Erwachsene hier erlaubt.

Zur Ruhe, aber auch zur Sicherheit trägt zudem der Umstand bei, dass das Einfahrtstor ständig verschlossen ist, die Gäste erhalten natürlich (gegen Kaution) einen Schlüssel.

Nach einem unkomplizierten Empfang bestand Gelegenheit, sich umzusehen und einen der rund 90 eher großzügigen Plätze auszuwählen. Wegen des Baumbeatandes im hinteren Bereich und links von der Einfahrt findet man dort schattige und halbschattige Plätze. Wer ganztags Sonne möchte, wird im vorderen rechten Bereich fündig.

Hunde (max. 2, gesonderte Berechnung) sind erlaubt.

Sanitäranlagen

Der Campinggast findet gute und zahlenmäßig ausreichende Sanitäranlagen vor, diese waren jederzeit sauber und gepflegt, was im Übrigen auch für das gesamte Areal gilt. Für die Duschen braucht man Münzen (Verbrauchssteuerung mit unterbrechbarem Wasserfluss), die Anmietung eines Privatsanitärs ist möglich.

Versorgung

An der Rezeption sind erzgebirgstypische Produkte, unter anderem Arbeiten der Holzmanufaktur, erhältlich.

Brötchen können für den nächsten Morgen vorbestellt werden, Propangas 11 und 5 kg (grau) ist verfügbar; weitere Versorgungsmöglichkeiten direkt am Standort gibt es nicht.

Wasserzapfstellen sind gut erreichbar, Strom kommt aus der 16A/CEE-Dose (Abrechnung nach Verbrauch), und Mobilfunk ist performant (5G). WLAN gibt es, wohl wegen der ortsfernen Lage und der daraus resultierenden mangelnden Bandbreite, nicht.

Fazit

Ein Detail könnte verbessert werden: die Zahl der Spülmöglichkeiten würde ein Upgrade vertragen. Das ändert nichts daran, dass Waldcamping Erzgebirge ein liebevoll betriebener Platz zum Wiederkommen und Wohlfühlen ist, wenn man Ruhe und Entspannung sucht; wer Trubel möchte oder auch, wer ihn verbreiten möchte, ist hier falsch.

Camping De Zoete Aagt

Unkomplizierter Empfang mit freier Platzwahl auf einem weitläufigen Gelände, das nicht nur aus vier Feldern für Camping, sondern auch aus einer Obstwiese und anderen Freiflächen besteht. Das Gelände ist sehr gut gepflegt und ansprechend gestaltet, die entstehenden Stellplätze sind als großzügig zu bezeichnen und je nach Standort steht man unter alten Bäumen schattig oder halbschattig, es sind aber auch Sonnenplätze verfügbar. Äußere Lärmeinflüsse gibt es nicht, nachts ist es ruhig. Man steht auf Rasen, PKW werden separat abgestellt.



Der Platz wirbt mit „französischen Charme“, und dies findet sich nicht nur in der Gestaltung des Eingangsbereichs wieder, sondern auch beim Boule-Platz und vor allem in der Orangerie, in der man bei schlechterem Wetter warm und trocken sitzt.

Sanitär

Schade ist, dass sich der französische Charme auch im Sanitärbereich wieder findet. Es gibt vier Duschen und vier Toiletten (Unisex), aus Ersteren kommt gegen Einwurf von 50 Cent ausreichend warmes Wasser, aber beides ist beengt. Im gleichen Raum gegenüber befinden sich nicht nur Waschmaschine und Trockner, sondern auch die Spülbecken, die zugleich die Funktion der Waschbecken übernehmen. Man nimmt also am sanitären Leben der Mitcamper akustisch teil, ob man will oder nicht. Fünf Sterne kann der Platz deswegen von mir nicht bekommen.

Versorgung

WLAN ist im Bereich der Rezeption und Orangerie kostenlos verfügbar, Mobilfunk auf dem ganzen Platz, überwiegend 5G. Strom (10A) gibt es auf fast allen Feldern. In der Rezeption werden die eigenen Produkte angeboten (Zoete Aagt ist eine Apfelsorte). Lidl, Aldi und Jumbo sind im Ort vertreten.

Umgebung

Das Boscafe Merlijn mit seinem rustikalen Ambiente sollte man besucht haben; zu Fuß in gut 10 Minuten hat man – Schengen sei Dank – die Grenze unmerklich überwunden und findet in Deutschland diese niederländische Gastronomie-Enklave mit Außenbereich, den sich Gäste und freilaufende Hühner teilen.

Ansonsten setzt man sich in den Niederlanden aufs Fahrrad und erkundet einfach die Umgebung, die Maas mit ihren vielfältigen Landschaften ist nicht weit.

Camping d’Arpheuilles

5/5

Blick auf die Loire

Nach der abenteuerlichen Anfahrt über die sehr enge Straße, die aber zu bewältigen ist, zumal es dort kaum (Gegen-)verkehr gibt, erreicht man den etwas oberhalb der Loire-Schleife gelegenen Platz, dessen Lage wirklich idyllisch ist und der schon aufgrund seiner Ortsferne auch von äußeren Lärmeinflüssen verschont bleibt.

Die Betreiber sind freundlich und hilfsbereit, man fühlt sich willkommen. Nach Wahl steht man auf sonnigen, schattigen oder halbschattigen Rasenplätzen, und natürlich kann man im unteren Bereich die Aussicht auf die Loire genießen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich auf der nächsten Ebene Schwimmbad, Spielplatz und ein Basketballfeld befinden, das jugendliche Nutzer auch gerne in den Abendstunden frequentieren.

Nicht nur im Schwimmbad, sondern auch weiter unten unmittelbar am Loire-Ufer finden sich vom Platz bereitgestellte Liegen.

Die Stellplätze (Rasen) selbst sind eher geräumig und, wie das ganze Gelände, gut gepflegt.

Die ausreichend vorhandenen sanitären Einrichtungen (ein Block) sind relativ modern und wurden immer sauber vorgefunden.

Die Gastronomie am Platz lädt zum Sitzen ein, neben kühlen Getränken gibt es eine kleine Speisenauswahl. Auf Vorbestellung bekommt man Backwaren, am Stellplatz Strom (ab 10A, Adapter erforderlich) und Wasser. WLAN ist zwar kostenlos, aber nur im Bereich der Bar verfügbar, dort allerdings gut. Die Mobilfunkversorgung pendelte zwischen 3 und 5G.

Camping Bel’Epoque du Pilat

Am Berg unweit des in einer knappen halben Stunde fußläufig erreichbaren malerischen Örtchens Pélussin im Parc naturel régional du Pilat liegt dieser naturnahe Platz.

Zwar führt eine Straße am vorderen Teil des Platzes vorbei, die ist aber kaum befahren und in den hinteren Bereichen ohnehin nicht zu hören.

Bei der Anmeldung gab es bereits umfassende Erklärungen zur Umgebung, anschließend freie Platzwahl. Die nicht zu kleinen, in verschiedenen Ebenen angelegten Areale sind überwiegend parzelliert, wer Schatten oder Halbschatten sucht, wird keine Probleme haben, da ein reicher Baumbestand vorhanden ist. Ganz überwiegend steht man auf Rasen.

Vermutlich saisonbedingt waren Schwimmbad und Bar nicht geöffnet.



In der Platzmitte befindet sich das große Sanitärgebäude, Waschmaschine ist vorhanden, hinter dem Gebäude die Entsorgungsstation für Wohnmobile. Der Bereich machte einen gepflegten Eindruck; dieses, der freundliche Empfang, die Natur und ganz viel Ruhe bringen Bel’Epoque du Pilat auf die Liste der Top-Plätze, hier sollte man ein paar Tage zubringen.

Stromanschluss CEE/6A (nicht auf allen Plätzen gibt es Strom), WLAN nicht verfügbar, Mobilfunk ausreichend. Kleinere Einkäufe lassen sich in Pélussin erledigen.

Bei An- und Abfahrt ist es nicht ratsam, sich auf die üblichen Navigationsprogramme zu verlassen, da die von diesen präferierten Strecke über die D34 für längere Fahrzeuge oder Gespanne bei Gegenverkehr anspruchsvoll sind. Bei Anreise von Norden über die A7 sollte man zunächst der N7 folgen und dann der D4 und D7 über Chavanay. Bei der Abreise erreicht man die A7 (allerdings nur Richtung Süden) über den gleichen Weg via Péage-de-Roussillon.

Camping Municipal Rives de Marne

4/5

Gegenüber weiden Schafe, ein Reiher streicht über den Fluss, selten sieht man über den Fluss hinweg ein Freizeitschiff den Kanal Canal entre Champagne et Bourgogne (alte Bezeichnung: Canal de la Marne à la Saône) hinauf- oder hinunterfahren, es ist bis auf das Geräusch des Wassers völlig ruhig: wer das sucht, ist hier mitten im Nirgendwo richtig.

Die Rezeption war nicht besetzt, ein Schild klärt auf, dass man sich ein Platz aussuchen kann, abends soll man sich dann gelegentlich in der Rezeption melden – alles völlig unkompliziert, der Platzmanager fährt aber auch später mal über das Gelände, dann weiß man, dass er da ist und erledigt in aller Ruhe die Anmeldung.



Die Sanitäranlagen liegen am Platzende, sie wirken relativ neu und sind barrierefrei zugänglich. Strom wird pauschal berechnet, WLAN im Bereich der Rezeption verfügbar, Mobilfunk ausreichend.

Ob die Quantität (je eine Dusche und Toilette im Damen- und Herrenbereich) bei Vollbelegung allerdings ausreichend ist, ist fraglich.

Eigentlich ist es wirklich eine Oase der Ruhe, was etwas störte, war der Umstand, dass zwei mit vermutlich ortsansässigen Dauercampern belegte Plätze für viel Umtriebigkeit sorgten, da diese ständig und mehrfach mit ihren Fahrzeugen den Platz verließen und nach kurzer Zeit zurückkehrten. Am nächsten Morgen war die beiden Plätze dann verwaist, die Sanitäranlagen allerdings in einem Zustand, den man nicht mehr als ansprechend bezeichnen konnte.

Wer Ruhe, Natur, Entspannung sucht, ist hier in jedem Falle richtig; das Risiko, auf nicht ausreichende Sanitäranlagen zu treffen, muss man dann allerdings in Kauf nehmen – das kostet den Platz dann leider auch seine Position in der Liste der Top-Plätze.

Campingplatz Hauserbachsee

Fuchs und Hase sagen „Gute Nacht“

Einmal mehr ein Treffer auf der Suche nach einem ruhigen Terrain: Der Campingplatz Hauserbachsee.

Nett willkommen geheißen, haben wir freie Platzwahl. Die von uns ausgewählten Stellplätze liegen nahe zur Einfahrt und zum Sanitärbereich. Da das Gelände leicht abschüssig ist, stellt der Platzbetreiber ausreichend Unterlegbretter zum Höhenausgleich zur Verfügung. Bei etwas kühleren Temperaturen Anfang September richteten wir unsere Fahrzeuge zur Sonne aus, im Hochsommer wäre auch eine schattige Variante möglich, allerdings nicht auf allen Plätzen.

Um ganz genau zu sein, der Campingplatz liegt nicht unmittelbar am See, da sind es ein paar Meter zu Fuß, Seeblick hat man folglich von keiner Stelle des Grundstücks. Aber dafür wird man entschädigt mit einem sehr ruhigen und naturnahen Platz mit großzügigen Stellplätzen.

Sanitärausstattung

Hinzu kommt eine zwar nicht moderne, aber in einem ausgezeichneten Pflegezustand befindliche Sanitäreinheit. Während wir auf unseren Touren doch recht häufig feststellen mussten, dass das Verhältnis der Duschen und WC zu der Anzahl der Camper recht knapp ausfiel, ist es hier genau richtig: immer Platz, immer sauber. Genügend Spülplätze mit warmem Wasser, Waschmaschine und Waschpulver stehen kostengünstig zur Verfügung. Vieles basiert auf Vertrauen, wer waschen möchte wäscht und sagt Bescheid. Da verzeiht man gerne die eine oder andere Kleinigkeit, wie einen sinnlosen Haken unmittelbar über einer scheinbar willkürlich montierten Ablage und die WC-Papier Halterung, die man beim Türeschließen nahezu zwangsläufig touchiert und somit die Rolle zu Fall und zum Abrollen bringt.

Versorgung

Strom (16 A/Schuko/langes Kabel erforderlich) wird nach Verbrauch berechnet. Ansonsten ist alles im Preis enthalten, Hunde sind sogar ohne Aufpreis willkommen. Das am Platz liegende Ausflugslokal wird von einem Pächter betrieben, die Küche ist ordentlich, geöffnet ist mittwochs bis sonntags.

Mangelnde Verfügbarkeit von Mobilfunk wird durch erstaunlich performantes WLAN ausgeglichen (zum Zeitpunkt unseres Besuchs nur im vorderen Platzteil verfügbar), die Brötchenvorbestellung arbeitet der Inhaber Alex morgens persönlich ab.

Fazit

Hauserbachsee strahlt Ruhe, Behaglichkeit und die Atmosphäre des puren Campings aus. Ohne Schnickschnack und mit allem, was man braucht. Alex und seine Frau Ramona sind selbst Camper, und das kommt dem Ganzen sehr zu Gute. Sie wissen, was erforderlich ist, um den Campinggast zufrieden zu stellen, und Sie wirken so, als würden sie das gerne tun.

Wir haben bei unserem Aufenthalt hier nichts vermisst und alles gehabt, was wir zum Campen benötigen. Schon tagsüber ist es angenehm ruhig, nachts absolut still. Die Umgebung bietet für Naturliebhaber reichlich Möglichkeiten, wie Wandern, Radfahren oder etwa Angeln, und Einkaufen kann man gut im nahen Nastätten. So bekommt der CP Hauserbachsee die volle Punktzahl nach unserem Bewertungsschema. Ein toller Platz zum Wohlfühlen, zum Wiederkommen.

The Eppstein Project

etwas anders …

Der ursprüngliche Platz wurde Anfang der 1970er Jahre als „Taunus-Camp“ auf alten Streuobstwiesen angelegt, und viele der Bäume sind immer noch vorhanden, sozusagen zur „unmittelbaren“ Versorgung der Gäste mit Obst.

2021 haben neue Betreiber das Gelände übernommen – mit neuem Konzept. Sie sehen es nicht „nur“ als Campingplatz. Komfortables Camping unter dem Begriff „Lodging“ mit einem Focus auf Nachhaltigkeit steht auf ihrem Plan, „Wine & Dine“ wird angeboten, und es kann passieren, dass samstagsabends eine Band spielt, ein Barista (selbst Camper auf dem Platz) seine Kaffeekreationen feilbietet, ein Sushi-Koch das kulinarische Angebot vervollständigt und ein regionaler Winzer seine Produkte zur Verkostung anbietet.

Das ist nicht wirklich störend, nach eigenen Aussagen achten die Betreiber darauf, dass auch die Lautstärke der Bands „campingverträglich“ ist, und gegen 22:30 Uhr ist ohnehin Ruhe.

Die Südausrichtung des Hanges stellt insbesondere im oberen Bereich des steil ansteigenden, fast 7 ha großen Geländes sonnige Plätze sicher, wer Schatten oder Halbschatten sucht, ist auf den unteren vermutlich besser aufgehoben. Das Gelände ist terrassiert, insbesondere von den oberen Stellplätzen an der „Apfelallee“ hat man einen idyllischen Blick über das Tal, ohne dass das Fahrzeug der Nachbarn diesen stören würde; dies lässt, trotz der eigentlich nicht großen Stellplätze, ein angenehmes Platzgefühl entstehen.

Es gibt zwar auch Stellplätze mit Schotterfläche oder nur Rasen, aber eine große Zahl hat Wasser und Strom direkt am Platz und ist befestigt – nicht nur dort, wo das Fahrzeug steht, sondern auch im Markisen-/Vorzeltbereich (> Foto). Es empfiehlt sich, diese Begrenzung nach vorne hin auch einzuhalten, sonst kommt nämlich der an- oder abreisende Nachbar auf der gleichen Terrasse mit seinem Fahrzeug nicht vorbei.

befestigter Terrassenplatz an der Apfelallee



Das Gelände steigt über circa 100 Meter steil an, die Zufahrten sind kurvig, deshalb kann man den Service nutzen, dass der Wohnwagen mit dem Traktor auf den Platz gezogen wird. Die Terrassen ganz oben sind auch für größere Wohnmobile erreichbar, auf den mittleren kann das schwierig werden. Damit man bei langem Radstand nicht mittig aufsetzt oder bei großem Überhang mit diesem, sollte man sich die Zufahrt vorher ansehen.

Sanitär

Die Betreiber haben nicht nur eine Aufwertung der Anlage versprochen, sie setzen sie auch um. Die Sanitäreinrichtungen wurden beziehungsweise werden erneuert und entsprechen einem modernen Standard; Desinfektion für Toilettensitze ist vorhanden, die Duschen sind ausreichend groß. Im oberen Bauwerk gibt es allerdings nur ein Urinal und zwei Geschirrspülmöglichkeiten. Eigentlich waren die Einrichtungen auch immer sauber (Reinigung einmal täglich), allerdings nicht am Morgen nach einem Event, in diesen Fällen erscheint es angezeigt, einen zusätzlichen Reinigungsturn einzuschieben.  

Originell sind die auf dem Gelände vereinzelt zu findenden „Outdoor-Duschen“: Hier kann man unter freiem Himmel, aber sichtgeschützt, Duschen.

Insgesamt erscheint allerdings das Verhältnis zwischen Anzahl der Toiletten und der der Gäste auf knapp 200 Stellplätzen auch nach Fertigstellung des Sanitärhauses Mitte zumindest bei Vollbelegung des Platzes, insbesondere auch unter Ansehung der ganz oben gelegenen Zeltplätze, als problematisch.

Entgelte für die Nutzung der Einrichtungen entstehen nicht, auch – in der Zeit heutiger Energiekosten erstaunlich – Waschmaschine und Trockner waren kostenlos.

Versorgung

Strom gibt es mit 16A (CEE/Pauschalabrechnung), Mobilfunk funktioniert. WLAN gibt es zwar nur im Bereich der Rezeption und des Sanitärbaus, aber angesichts der Topografie und der Größe des Geländes kann eine Vollversorgung auch nicht erwartet werden.

Der Biergarten öffnet freitags und samstags (April bis Oktober, wetterabhängig). Grundbedarf (natürlich auch Wein) bietet der Hofladen, Brötchen gibt es auf Vorbestellung, und das knapp 3 km entfernten Niedernhausen verfügt über ein Gewerbegebiet mit diversen Einkaufsmöglichkeiten.

Umgebung

Eppstein-Project ist direkt an das Wander- und Radwegenetz angebunden, bis Eppstein ist es da nicht weit. Zu Fuß ist man in 20 Minuten an der S-Bahn, die einen nach Frankfurt bringt.

Fazit

Der Platz verfehlt zwar die vollen fünf Sterne (> Sanitär), ist aber trotzdem ein solcher zum Wiederkommen. Gäste, die eigentlich Ruhe suchen, den Blick genießen wollen, aber ein abendliches Event nicht als Störung, sondern als Bereicherung ihres Aufenthaltes ansehen, werden sich hier wohl fühlen. Das passt sowohl auf der Durchreise via A3 als auch bei einem längeren Aufenthalt zum Wandern und Fahrradfahren. Für Familien mit kleinen Kindern dürfte die Anlage hingegen weniger geeignet sein.


Naturpark & Camping Suleika

Malerischer Campingplatz – spektakuläre Anfahrt

Beginnen wir diesmal mit der Anfahrt, weil diese für längere Caravans und Wohnmobile mit langem Überhang einige Tücken aufweist.

Unmittelbar von der Bundesstraße aus ist der Platz nicht anfahrbar, dies gibt die Höhe der Bahnunterführung nicht her, deshalb muss man die etwa drei Kilometer lange ausgeschilderte One-Way-Strecke durch die Weinberge nehmen. Die ist landschaftlich spektakulär (Ausblick auf den Rhein – Unesco-Welterbe) und fahrerisch anspruchsvoll.

Auch bei vorsichtiger Fahrweise können die Quer-Rinnen dazu führen, dass ein Wohnwagen hinten mit den Stützen aufsetzt oder ein Wohnmobil mit dem Überhang. Dies gilt dann auch direkt bei der Platzeinfahrt, weil sich dort ebenfalls eine ausgeprägte Delle im Weg befindet. Auch die Auffahrt zu den Terrassen kann nochmal zur „Grundberührung“ führen; dort, wo (für Wohnwagen) movern möglich ist, empfiehlt sich das dann auch, Wohnmobile mit Luftfederung sollten diese vorher gut befüllen. Langsames Fahren ist jedenfalls angezeigt.

Aber die etwas beschwerlichere Anfahrt zahlt sich aus: Der Naturcampingplatz Suleika ist wirklich ein sehr lohnenswertes Ziel. Das terrassierte, zum Rhein hin abfallende Gelände wartet mit großzügigen, Individualität bietenden Stellplätzen wahlweise in der Sonne mit direktem Talblick oder seitlich gelegen mit teilweise Schatten auf. Auf den ersten Blick erschließt sich dem Besucher nicht die tatsächliche Größe des Anwesens, es reicht, oben ausschließlich von Dauercampern belegt, bis hoch in den unmittelbar angrenzenden Wald zum Wanderweg Rheinsteig hin.

Wir bekamen, freundlich von der Inhaberin willkommen geheißen, unserem Wunsch nach etwas Sonnenschutz entsprechend sehr ansprechende Plätze auf einer der seitlichen Terrassen zugewiesen. Dies Wasserzapfstelle war bequem erreichbar, das Standardstromkabel von 25m Länge reichte aber nicht.

Platzseitig ist die Anlage herrlich ruhig, die durchs Rheintal ratternden Güterzüge hört man zwar, sie stören hier oben aber nicht. Sehr angenehm war auch die sympathische Mischung aus Dauercampern und Touristen. 

Sanitär

Der Sanitärbereich ist zweigeteilt mit modernem und neuem WC-Bereich und schon etwas älteren Dusch- und Waschräumen, die nachts geschlossen sind. Duschen und Toiletten waren immer sehr sauber und gepflegt.

Versorgung

Mobilfunk ist mäßig, das ohnehin nur im Rezeptionsbereich verfügbare WLAN funktionierte nicht (vermutlich ein Fehler in der Routerkonfiguration) und das Platzrestaurant war leider geschlossen, da es hierfür keinen Betreiber gibt, was auch als Ursache dafür genannt wurde, dass ein Brötchenservice nicht angeboten wurde.

Nächste Einkaufsmöglichkeit ist ein Supermarkt in Lorch, durch die Weinberge etwa 5,5 km entfernt am Ortsende.

Strom gibt es mit 16A (CEE), längeres Kabel kann erforderlich sein.

Die Entsorgung von Toiletten mit chemischen Zusätzen ist nicht möglich, mit biologischen Zusätzen jedoch kein Problem.

Fazit

Suleika ist ein Campingplatz zum Wohlfühlen, Entspannen und Abhängen. Unmittelbar am Platz läuft der Rheinsteig-Wanderweg vorbei, in der Gegend ist auch Radeln mit elektrischer Unterstützung gut machbar.

Landschaft, Lage und Ruhe würden eine 5-Sterne-Bewertung rechtfertigen, die der Platz wegen der Defizite bei der Versorgung aber verpasst – gleichwohl gehört er zu den Top-Plätzen und ist vergleichbar mit Camping Cévennes Provence.

jkl/wkl

Minicamping De Vijver

Natur, große Bäume, Ruhe

Auf Walcheren ist die Auswahl an Plätzen besonders groß, die wenigstens allerdings sind nicht geeignet für Familien mit Kindern. Zu diesen zählt der Minicamping de Vijver, zu dem nur Gäste ab 16 Jahren Zugang haben.

Die Einrichtung verfügt tatsächlich nur über etwa 15 Plätze, die sich über das von mächtigen alten Pappeln dominierte Gelände eines ehemaligen Gutshofs oder Landsitzes großzügig verteilen.

Die beiden Betreiberpaare haben den Minicamping 2021 übernommen und führen den Platz mit großem Enthusiasmus und Engagement.

De Vijver ist eindeutig kein Ort für Camper, die Luxus und Komfort suchen. Das Gelände strahlt, obwohl die Straße zwischen Serooskerke und Oostkapelle ab und zu zu hören ist, Ruhe und eine besondere Geborgenheit aus, ist dabei aber völlig unprätentiös. Aber selbst als Camper, die schon so manche Sanitäranlage gesehen haben, mussten wir uns an die völlig veralteten Einrichtungen des Anwesens erst einmal gewöhnen. Dies gelang in der Tat, weil die Besitzer großen Wert auf die Sauberkeit legen. Dennoch bleiben die Duschen und Toiletten das große Manko des Platzes.

Allerdings würden moderne Sanitäranlagen wohl die gesamte Atmosphäre von de Vijver verändern und vermutlich auch Besucher anlocken, die eigentlich eher zu den größeren Plätzen in der Gegend passen würden. 

Immerhin: CEE-Stromanschlüsse sind da, WLAN ist auf dem Gelände verfügbar und durchaus performant. Brötchenservice oder andere Dienstleistungen werden nicht angeboten, was man bei der Platzgröße aber auch wirklich nicht erwarten kann.

Serooskerke und Oostkapelle sind mit der Fahrrad gut erreichbar und bieten ebenso wie das etwas weiter entfernte Vrouwenpolder genug gastronomische und Einkaufsmöglichkeiten.


Kurzum, uns hat es dort sehr gut gefallen, der Spaziergang am ehemaligen Burggraben vorbei durch den Obstgarten irgendwie vielleicht ein wenig verzaubert. Wir kommen gerne wieder. Bei der Gesamtwertung von De Vijver reicht es leider wegen der unvermeidbaren negativen Sanitärbenotung nur für 4 Sterne.

wkl/jkl



Camping Landgoed Geuzenbos

Schönster kleiner Campingplatz in den Niederlanden?

Die Anmeldung an der Rezeption ist, da die Daten schon „elektronisch“ vorliegen, das Unkomplizierteste überhaupt. So etwa: Ich bin da, gefolgt von einer freundlichen Begrüßung und der Aushändigung des Platzplanes – schon kann man auf seinen Stellplatz fahren.

Man trifft auf ein mit viel Liebe gestaltetes und gärtnerisch gepflegtes Gelände mit älterem Baumbestand und neuen Anpflanzungen, zum Beispiel auch von kleinen Obstbäumen. In einigen Jahren dürfte man das 2005 zum Campingplatz gewordene Grundstück wohl als Park bezeichnen können. Die Ränder sind naturbelassen, womit sich der Platz perfekt in die Umgebung eingliedert, beginnend mit dem am Rand abgehenden Spazierweg, der noch zum Landgut gehört und ebenfalls in einem einwandfreien Zustand ist. Über diesen Weg gelangt man in das Feuchtgebiet Mantigerveld und zum Mantingerzand.

Die 24 teilweise halbschattigen oder schattigen Plätze sind überwiegend mit einem befestigten Bereich für den Vorzelt- bzw. Markisenbereich ausgestattet; da die gesamte Fläche ansonsten Rasen ist, wirken die ohnehin schon relativ großzügigen Plätze noch geräumiger.

Die Blockhütte gegenüber dem Sanitärbereich bietet Information zur Umgebung, Wanderwegen und Fahrradrouten. Zudem – vorher noch nicht angetroffen – sogar Leihstühle für eventuelle Besucher.

Hunde sind erlaubt, im Waldteil des Landguts dürfen sie frei laufen.

Vor dem Gelände führt eine Straße vorbei, auf der jedoch schon tagsüber kaum Verkehr wahrzunehmen ist, das Areal selbst ist autofrei, das Zugfahrzeug darf nur bei An- und Abreise hierhin, und es ist nur für erwachsene Gäste bestimmt. Diese Kombination sorgt für eine wirklich einzigartige Ruhe.

Sanitär

Die modernen, solarunterstützten Sanitäranlagen werden regelmäßig gereinigt, sind sauber und in ausreichender Zahl vorhanden.

Versorgung

Auch in diesem Bereich gibt es etwas besonders Erwähnenswertes: das Stromkonzept; man kann sich bei der Anmeldung aussuchen, ob man 6A Strom oder mehr haben möchte, ein Grundverbrauch ist im Stellplatzpreis enthalten, Mehrverbrauch wird abgerechnet – eine sehr faire Lösung. WLAN ist nicht nur kostenlos, sondern auch ausgesprochen leistungsfähig, da braucht man die gut ausgebaute Mobilfunkkapazität eigentlich nicht.

Für die Fahrräder bietet die Anlage einen gesonderten Abstellraum mit Lademöglichkeit.

Fazit

Das Prädikat „Schönster kleiner Campingplatz …“  wurde Het Geuzenbos 2022 vom niederländischen ACSI verliehen; ich kenne nicht alle Plätze in den Niederlanden, aber ich würde wohl zum gleichen Ergebnis kommen.

Der Platz ist autofrei und nur für Erwachsene bestimmt; dieses Konzept gepaart mit der liebevollen Platzführung und -pflege durch die Betreiber macht das Campingerlebnis hier nahezu perfekt. Ruhe und angenehme Kommunikation mit freundlichen Mitcampern, gegenseitige Rücksichtnahme und naturnahes Ambiente tragen sicher zur Prämierung durch den ACSI bei. 

Eigentlich schreibe ich selten Bewertungen wie diese mit fünf Sternen, bei denen nicht doch eins oder mehrere Details anzumerken sind. Beim Landgoed Geuzenbos gibt es ein solches Detail aber nicht: Das ist einfach ein gut geführter, schöner und ruhiger Platz zum Wohlfühlen und Wiederkommen.

Nachdem diese Beschreibung verfasst wurde, hat sich eine Änderung insofern ergeben, als der Platz seit 1. Januar 2023 unter neuer Leitung ist.

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