Camping à la Ferme Pierre Faïn

Herzliche Gastgeber 

Lavendel, Rebstöcke, Äpfel- und Pfirsichsträucher, so präsentiert sich die Einfahrt zum Hof von Melita und Pierre.

Madam Faïn begrüßt uns freundlich mit ein paar Worten Deutsch. Jetzt in der Vorsaison ist der Platz kaum belegt. Ein kommodes schattiges Plätzchen ist also schnell gefunden, quasi inmitten der Vignobles.

Das Gelände ist zweigeteilt. Mehr zu Straße hin die Wiese mit zahlreichen mittelgroßen Bäumen, leicht abschüssig und eher für Zelte oder kleinere Vans geeignet. Weiter unten befinden sich sieben ca. 100 m² messende Plätze für Caravans  oder Wohnmobile. Für die 6 Ampere Strom braucht es den französischen Stecker.

Frische Maulbeeren vom Baum neben unserem Gefährt hatten wir bisher auch noch nicht. Köstlich.


Von hier aus sind es wenige Schritte bis zum Sanitärbereich. Mit je zwei WC’s und Duschen nicht üppig, aktuell kein Problem, bei höherer Belegung sicher. Alles sauber, Warmwasser auch zum Spülen.

Stille, manchmal ein fernes Rauschen von der D94. Sonst nichts. Die Nachtruhe ist vollkommen ungestört.

Wer, wie wir, das Chemieklo im Fahrzeug nutzt, muss zu dessen Entleerung 2 Kilometer nach Mirabel-aux-Baronnies fahren. Dort unterhält die Gemeinde einen kostenlosen Womo-Stellplatz mit Entsorgungsmöglichkeit. Das ist lästig aber machbar.

Zum Einkaufen, Tanken und Bummeln ist man ruckzuck in Nyons. Auf dem Hof werden eigene Produkte direkt verkauft. Man kann sogar Frühstück ordern oder Essen vorbestellen. Die ungewöhnlich hohe Google Durchschnittsbewertung von 4,9 hat sich dieser Camping Ferme ergo durchaus verdient. Nicht mit der Ausstattung, die ist allenfalls drei Sterne wert. Aber die Lage und das Terrain sind Spitze.

Am dritten Tag unseres Aufenthaltes wurden wir von Madame zum Aperitif eingeladen. Es gab köstliche Häppchen, Rosé, Oliven, Käse, Dessert, vieles aus eigenem Anbau. Ein wunderbarer Abend, bewirtet wie gute Freunde. Schade nur, dass wir vorher schon gegessen hatten, in der irrigen Annahme, es gäbe eben nur einen Aperitif. Im Laufe der Gespräche stellte sich heraus, dass unsere Wirtin, die eigentlich Stosse heißt, früher eine renommierte Köchin in St. Tropez war und dort die Reichen und Schönen bekocht hat.

Die Herzlichkeit unserer Gastgeber wirkt sich selbstverständlich auf die Gesamtbewertung aus, die hier nur differenziert erfolgen kann:

2 Sterne für Ausstattung und Sanitär, fünf für das Terrain und die Lage und auch fünf für die Gastgeber. Top.

Nachdem wir einen weiteren Platz in der Gegend kennen und uns andere angesehen haben, ist dieser hier die aktuelle Nr. 1, wenn’s es uns wieder in die Region führt.

Camping Les Ripettes

Camping PLATZ

So groß bemessene Stellplätze haben wir vorher kaum irgendwo angetroffen. Auf der Nr. 19 könnte man beinahe ein Fußballspiel austragen. Selbst die „kleinen“ Pitches sind immer noch mehr als ausreichend, keiner wie der andere, fast alle schattig dank des alten Baumbestands.

Und auch wenn man manchmal den Verkehr von der in der Nähe vorbeiführenden D2 hört, ist Les Ripettes ein sehr ruhiger Platz, nichts für Partycamper, kaum geeignet für Familien, denn auch der Pool ist eher ein Relaxbecken für die im Schnitt tendenziell älteren Gäste. Das passt.

Für einen mit offiziell drei Sternen kategorisierten französischen Camping eher ungewöhnlich: Auf den immer sauberen Sanitäranlagen finden sich WC-Sitze- und Papier, stets gefüllte Seifenspender und reichlich Warmwasser.

Außer den wirklich freundlichen Besitzern sehen wir kein weiteres Personal, Madam et Monsieur sind von früh bis spät am Rackern. Um sieben wird der Pool gereinigt, kurz danach das vorbestellte Brot ausgegeben, Check-out, Rasenmähen, Putzen … Alles immer Proper.

Keine Überraschung, dass sich einige der Nachbarn als Stammgäste erweisen, die, wie wir, ursprünglich eigentlich nur einen Durchreiseplatz gesucht hatten. Gekommen um zu bleiben.

Mit dem 10 Ampere Stromanschluss (CEE) kommen wir gut aus, zum Zapfen des Frischwassers sowie zu einer der zwei Sanitäranlagen ist es nicht weit. 

Sonntags kommt der Pizzawagen, dreimal in der Woche gibt es Fritten und Wurst am Snackkiosk. Zum Einkaufen sind es fünf Minuten mit dem Auto.

Die Mobilfunkversorgung ist mangelhaft, WLAN (kostenlos) nur in der Nähe der Rezeption verfügbar. Digital Detox.

Hier waren wir nicht zum letzten Mal.

Camping à la Ferme de l’Orme

Liberté, Tranquillité, Simplicité

So etwas wie eine Rezeption gibt es nicht, auch keine Webseite. Aline ist telefonisch oder per WhatsApp erreichbar. 


Ab der Einfahrt am besten langsamer als Schritttempo, die Schlaglöcher sind tief. Bei den ersten Wohnwagen stellt sich die Frage, ob das benutzte Stellplätze sind oder ob die weg können. Wir fahren durch bis zu den Nummern 1 bis 4. Nahe am „Sanitärbereich“. Alles für Euch, meint die überaus freundliche Wirtin. Sucht euch was aus, bleibt solange ihr mögt. Gemüse aus eigenem Bioanbau als Willkommensgeschenk.

Wir stehen auf der Wiese am Bach unter hohen Bäumen, haben 10 Ampere Strom, Trinkwasser in kurzer Distanz, Schatten, Licht und reichlich Platz. Mit dem böigem Mistral sind die 30 Grad recht angenehm, für unsere Markise wird’s Zeit, reinzufahren. Die Sanitäranlagen sind sauber und sehr schlicht, warmes Wasser kommt aus den Duschen, sonst bleibt der Zapfhahn kalt, auch zum Spülen.


Gegenüber hinter Hecken und Sträuchern ein paar Dauercamper, deren Etablissements haben auch schon bessere Zeiten gesehen.

Und dennoch oder gerade deswegen: De l’Orme ist bezaubernd, seine Einfachheit besticht den anspruchslosen Gast mit Entspannheit und Ruhe. Zur Schlafenszeit randaliert der Frosch manchmal, soll er doch lieber die Mücken fressen. Ein beachtlich großer Greifvogel hat es auf die Nester der Elstern abgesehen – sehr zu deren Missfallen – und demonstriert waghalsige Flugmanöver über dem Terrain direkt vor unserer Nase. Getier unbekannter Provenienz widmet sich dem draußen stehenden Abfall. Die Katze war’s nicht. Die hat auch Streit mit den Elstern.


Nicht weit vom pulsierenden Leben an der Küste entfernt (5G funzt), genießen wir das touristische Angebot. Und wenn wir des Trubels und der Besichtigungen überdrüssig sind, kehren wir zurück in diese Oase des Friedens.


Camping Municipal de Tulette

… kaum zu toppen

Jede hier verfasste Rezension ist selbstverständlich subjektiv und beeinflusst von den Gegebenheiten zum Zeitpunkt des Aufenthalts. Wenn alle Umstände perfekt zusammenpassen, fällt die Bewertung folglich entsprechend aus.

Den zahlreichen positiven Google Rezensionen ist kaum etwas hinzuzufügen. Ein unerwartet ruhiger Platz, schließlich liegt er am Dorfrand, man erwartet Straßen- und anderen Lärm. Nichts davon. Wir sind eingelullt vom Duft der Kiefern, propere Sanitärräume, großzügige Stellflächen, Schatten bei 30 Grad Ende Mai. Und dann die Umgebung: Im Umkreis von vielleicht 20 Kilometern etliche lohnenswerte Ziele, jeden Tag irgendwo ein Marché provençal. Mit dem Rad vorbei an Weinfeldern, sie streifen den Horizont. Dazwischen Lavendel, zaghaft beginnend, sich in Bälde kalenderblattfototauglich zu präsentieren, hier und da ein unerwarteter Blick auf den Mont Ventoux. Man ist beeindruckt. 

Abends geht’s zum Aperitif oder Essen drei Gehminuten ins Dorf. Morgendlicher Brotbedarf lässt sich hier auch stillen. Mehr als nur Baguette und Croissants hat der Bäcker neben dem einen Kilometer entfernten U Express. In der anderen Richtung dorfauswärts kann beim Intermarche ebenfalls den täglichen Bedarf decken, hier ist auch die Bank mit dem einzigen lokalen Geldautomaten, der nur während der Öffnungszeiten zugänglich ist.

Betreut wird der Gemeindeplatz von der liebenswerten Madame Valerie. Sie ist die gute Seele, kümmert sich um alles, hält den Laden zusammen und geht jeden Abend an jedem Caravan oder Mobil vorbei, um den Gästen einen bonne soiree zu wünschen.

Zufahrtseitig befindet sich das kommunale kleine Freibad. Es öffnet für die zwei Sommermonate Juli und August, das dürfte mehr Trubel zur Folge haben. Das zum Schwimmbad gehörenden Restaurant ist auch jetzt geöffnet, etwas Schall von dort kommt selten bis zum Platz, stört dann aber nicht weiter. Genausowenig wie die Pétanque Spieler auf der angrenzenden Freifläche. Wie sind ja auf dem Land. 

WLAN gibt’s nicht, 5G manchmal, LTE stabil langsam. Mit dem 6 Ampere Stromanschluss kommen wir hin, unter dem Strich ist das nicht das Ritz hier und das ist auch gut so.

Ein holdes Fleckchen. Immer wieder gerne.

Camping du Marais

Mitten in einem kaum besiedelten, landwirtschaftlich geprägten Umfeld im Burgund liegt dieses Kleinod an einem Teich. In dieser Gegend wird der Crémant de Bourgogne produziert, die Champagne beginnt erst 5 km weiter, deshalb darf er sich nicht Champagner nennen. Renoir hat hier seine Landschaften gemalt.

Aus Norden kommend, führt einen das Navi über eine Straße, die den Namen „Grande Rue“ trägt, aber in dem Fall bezieht sich das Adjektiv nicht auf die Breite, im Gegenteil, sondern auf die Länge. Die Breite wird dann auch ein Thema bei der Platzzufahrt: mit 2,50m wird es für Wohnwagen und Wohnmobile am Tor zu eng werden, Doppelachser sind ohnehin nicht erlaubt.

Hat man das Tor – das übrigens um 22 Uhr geschlossen wird – überwunden, trifft man zunächst auf das kleine, aber mit Allem ausgestattete Sanitärgebäude. Toilettenbrillen, Seife, Papier – alles da, top gepflegt vom freundlichen und sich um alles kümmernden Platzmanager, der zwar nicht alle Fremdsprachen dieser Welt beherrscht, aber perfekt mit seiner Übersetzungsapp klar kommt.

Hier wird auch gespült (außen), Waschmaschine und Trockner, wie üblich gegen Gebühr, gibt es natürlich auch.

Auch bei den Details wurde nachgedacht, Entsorgung und Frischwasser sauber getrennt.

Am Sanitärgebäude vorbei links geht es dann zu den knapp 20 Plätzen, von denen man sich einen aussuchen kann. Es gibt Schatten, Sonne, Halbschatten, 16A CEE-Strom, Wasserzapfstellen, vor allem aber: Ruhe. Um 22 Uhr hört man nichts mehr – und wagt es auch nicht, noch selbst Geräusche zu machen. Auch wenn die Anlage nicht explizit nur für Erwachsene kategorisiert ist: sie ist für Kinder nicht geeignet.

Betreiber des Areals, also einschließlich der Teiche, ist eine Art kommunaler Zweckverband, es ist ein „Camping Municipal“, ohne diese Bezeichnung offiziell zu führen.

Auf dem Gelände des Zweckverbandes liegt ein Gourmet-Restaurant mit Außenterrasse, wenn man sich das leisten will: es lohnt sich.

Das war dann auch die Infrastruktur, Einkäufe jeglicher Art erledigt man in Châtillon-sur-Seine. Wer spät frühstückt, kann – außer montags – auf den mobilen Bäcker warten, der sich gegen 10 Uhr durch Hupen bemerkbar macht.

Außerhalb der Hauptrouten gelegen, aber etwas zum Wiederkommen, zum Runterkommen – Entspannung pur.

Camping des Dunes

… der Atlantik rauscht …

Anreise

Die Anfahrt über Pont-l’Abbé ist, bis auf die üblichen Kreisverkehre und Tempo-30-Drempel, unproblematisch, vor dem Eingang selbst, aber auch im Einfahrtsbereich gibt es eine Wartespur.

Außerhalb der Saison gab es frei Platzwahl, gesperrte Platzbereiche und reservierte Flächen sind gekennzeichnet. Dann die Anmeldung, völlig unkompliziert. Das Personal sehr freundlich, das zog sich über den gesamten Aufenthalt hin.

Gelände

Nummerierte und überwiegend parzellierte Rasen-Plätze, teilweise schattig unter Bäumen, teilweise sonnig – man hat die Auswahl auf diesem mit Hecken, Baumen und Beeten gestalteten und gut gepflegtem Gelände. Die Mobilheime sind in Randlage aufgestellt und stören die Camping-Atmosphäre nicht.

Am Platzende geht es durch ein Törchen über die Düne zum Strand, das sind etwa 200m bis zum Atlantik. Über den Küstenweg ist auch der Ort zu erreichen.

Hunde sind erlaubt, wie überall besteht Leinenpflicht.

Es ist meistens tagsüber und nachts ruhig, der unmittelbar benachbarte Platz wirkte etwas trubeliger, ab und zu hört man von dort etwas davon, ansonsten aber nur das Rauschen des Ozeans.

Sanitär

Die Sanitäranlagen sind teilweise erneuert, funktional und immer sauber. Allerdings erfolgt die Öffnung nach Belegung, es kann knapp werden.

Toilettenpapier bringt der Gast mit, was in den Toiletten im neueren Gebäude fehlt, ist eine Ablage, man muss alles auf den Boden stellen, das sollte man nachbessern.

Versorgung

Strom fließt mit 10A CEE, teilweise reicht das Standard-25m-Kabel nicht aus. Das kostenpflichtige WLAN wurde nicht getestet, weil die Mobilfunkverbindung mit 5G völlig ausreichte.

An der Rezeption gibt es Eis und Getränke, keinen Brötchenservice, in den umliegenden Orten aber Bäckereien (montags geschlossen). Die üblichen Supermärkte verteilen sich in der Umgebung, der nächste und bestsortierte ist der Super U.

In der Saison kommen dreimal pro Woche drei unterschiedliche Food-Trucks. Restaurants und ein teures, aber empfehlenswertes Eisgeschäft in Lesconil.

Umgebung

Die umliegenden Orte sind, bis auf Loctudy vielleicht, einen Trip wert.

Bei schönem Wetter sollte man das mediterrane Hafen-Flair von Sainte Marine genießen, erreichbar entweder mit dem Auto über Pont-l’Abbé oder über Loctudy mit der Fähre (nur Fußgänger und Fahrräder).

Camping Le Val aux Fées

Anreise

Nachdem wir den unmittelbar in der Nähe liegenden Platz in Paimpont (Camping Municipal) nach kurzer Besichtigung wegen der Atmosphäre und des Trubels in der Umgebung schnell verlassen hatten, fanden wir hier die geeignete Fläche für eine Übernachtung.

Die Rezeption war, wegen Mittagspause, bis 15 Uhr geschlossen, kurz nach 2 entdeckte uns jedoch eine Mitarbeiterin und checkte uns außerplanmäßig ein, das gibt ein Plus bei der Bewertung.

Gelände

Die ca. 70 Rasen-Plätze sind naturbelassen, gepflegt und großzügig bemessen, für fast alle gibt es 10A Strom und ausreichend Wasserzapfstellen. Die Meisten sind allerdings in irgendeiner Weise schräg, man muss also ausgleichen. Bei denjenigen am hinteren Platzrand dürfte das selbst mit Auffahrkeilen oder Kissen sehr schwierig werden, bei den anderen ist es machbar.

Ein Boule- und ein Tennisplatz können von den Gästen genutzt werden.

Baumbestand ist unterschiedlich, man kann schattig oder sonnig stehen.

Hunde sind erlaubt.

Sanitärausstattung

Das zentrale (unbeheizte) Sanitärgebäude ist deutlich in die Jahre gekommen. Es war zwar alles sauber, aber die gesamte Anlage bedürfte handwerklicher Zuwendung: lose Toilettendeckel, nicht richtig schließende Türen, Drucktaster in der Dusche funktionierten nicht immer, Wassertemperatur nicht regulierbar.

Toilettenpapier muss man, wie häufig in Frankreich, mitbringen.

Versorgung

Die Mobilfunkversorgung mit LTE/5G ist in Ordnung, WLAN gibt es nur an der Rezeption, die zur Bar mutiert und auch Getränke und abends Kleinigkeiten (Convenience) anbietet. Einen Brötchenservice gibt es nicht, die möglicherweise im Dorf dafür geeigneten Einrichtungen waren geschlossen. Die gastronomische Infrastruktur dort ist ebenfalls begrenzt.

Mauron, 5 km entfernt, bietet Supermarkt und Gastronomie.

Fazit

Man kann wiederkommen, als Übernachtungsplatz bleibt er auf der Liste, für einen längeren Aufenthalt eher nicht.



Camping Château La Garenne

schwer zu beschreiben …

Wie beschreibt man einen Campingplatz, der eigentlich kein Campingplatz ist?

Durch eine Kastanienallee fährt man auf das „Chateau“ zu, das dem Platz einen Teil seines Namens gibt. Es ist ein Bauteil eines ursprünglich dreigliedrigen Gebäudes. Umgeben ist es von den nicht mehr vollständig erhaltenen ehemaligen Wirtschaftsgebäuden der nahegelegenen, aufgegebenen Abtei, die die Mönche von Mont St. Michel gegründet hatten. Das Chateau selbst soll im 18. Jh. erbaut worden sein, damit die Kinder des Königs standesgemäß untergebracht waren, während sie ihre Ausbildung durch die Mönche erhielten.

ehemalige Abtei, jetzt kommerziell genutzt


Man befindet sich in der „normannischen Schweiz“, die Anfahrt geht bergauf und -ab, und im Einfluss des Atlantik-Klimas. Der Platz ist, wohl aus diesem Grund, ganzjährig anfahrbar.

Die Besitzerin des Anwesens nutzt es landwirtschaftlich, sie züchtet schottische Highland-Ponies, und bis auf fünf Katzen gibt es kein weiteres Getier.

… in der Nacht zuvor geboren …

Auf Reservierungsanfragen über die Webseite kommt nicht zwingend eine Antwort, man fährt auf gut Glück hin. Hat man die erwähnte Kastanienallee befahren, guckt man mal nach, ob jemand zuhause ist. Die englische Besitzerin, mit ihrer herzlichen Art zeigt dann das Gelände, man stellt sich irgendwo hin, es gibt keine festen Plätze, keine Markierungen und auch sonst nichts, was an einen Campingplatz erinnert. Die Frage, wie lange man zu bleiben gedenkt, stellt niemand – man bleibt, bis man wieder fährt.

Strom musste gesplittet werden (wir waren mit zwei Fahrzeugen unterwegs, bei unserer Ankunft reiste gerade ein Wohnmobil ab, sonst war niemand da). Im ersten Stock des Gebäudes, in dem die Ferienwohnung liegt, ist ein Bad mit Dusche und WC, das nutzt man mit. Kein Luxus, keine weitere Infrastruktur.

Das alles funktioniert, weil die maximal fünf Stellplätze vermutlich nie auf einmal belegt sind.

Absolute Ruhe, tagsüber und nachts, bis auf den Umstand natürlich, dass so ein Pferd schonmal wiehert.

Der Ort ist nur 1,5 km entfernt, hier gibt es Bäcker und Discounter.

Um diesen Platz zu verstehen, sollte man ausnahmsweise die Rezensionen lesen. Das ist nichts für Jeden, kein Komfort-Camping, und nach meiner Meinung völlig ungeeignet für Familienferien. Ruhesuchende Alleinreisende oder Paare (auch mit tierischem Anhang) können sich hier aber wohlfühlen.


Zu diesem Platz, der keiner ist, gibt es kein Fazit, aber wenn ich nochmal in der Gegend bin, fahre ich hin.




Camping Südeifel

Gelände

Die Anlage liegt am Ortsrand von Irrel im Tal der Prüm – Fluch und Segen zugleich. Sie war massiv vom Eifel-Hochwasser 2021 (in den Medien fälschlicherweise verkürzt als „Ahrhochwasser“ bezeichnet) betroffen. Die Wege des Platzes sind wieder hergestellt, er besteht allerdings überwiegend aus einer Wiesenfläche mit noch zwecks teilweiser Parzellierung jungem angepflanzten Bewuchs.

Schatten bietet also nur morgens im hinteren Bereich der Berghang auf der anderen Seite der Prüm.


Bis auf die L-Plätze (oben von der gegenüberliegenden Flussseite aus fotografiert) geht es am Fluss entlang eher knapp zu, vor allem, wenn man sein Zugfahrzeug noch unterbringen möchte. Deshalb stellt man sich mit Markise oder Vorzelt Richtung Wasser und gewinnt dadurch etwas Raumgefühl. Die – nicht am Wasser liegenden – Wohnmobilplätze wirken großzügiger.

Dauercamper gibt es hier nicht, aber ein paar hochwassersicher platzierte Glamping-Zelte.

Sanitär

Die Sanitäranlagen sind nach der Flut erneuert worden. Allerdings kommen sie bei Vollbelegung quantitativ an ihre Grenzen. Ein auf dem Platzplan eingezeichnetes und auch notwendiges Sanitärgebäude im hinteren Platzbereich war noch nicht im Bau.

Gespült wird, wenn auch überdacht, nur draußen, und Kassettenentsorgung geht über CamperClean. Waschmaschine und Trockner können, wie üblich, gegen Gebühr genutzt werden.

Versorgung

Wasser ist platznah zapfbar. Für den Strom (16A/CEE) erschien es auf einigen Plätzen so, dass das Standard-25m-Kabel zu kurz sein könnte.

Mobilfunk funktioniert. Der Platz bietet keinen Brötchenservice, in Irrel gibt es aber einen Bäcker, der morgens früh öffnet. Der kleine Ort hat auch alle anderen Einkaufsmöglichkeiten, deren Vorhandensein angesichts der Ortsgröße nur mit dem Einkaufsverhalten der luxemburgischen Nachbarn erklärbar ist.

Am Platz selbst ist ein Platzrestaurant, aber auch im Ort gibt es kein gastronomisches Defizit.

Umgebung

Die Südeifel ist ein vielfältiges Wanderrevier.

Destinationen gibt es viele, hervorzuheben sind natürlich die Wanderrouten rund um die Teufelsschlucht, die Wolfsschlucht oder solche längs der Sauer und Prüm. Erwähnt werden muss, dass noch nicht alle Brücken und Wege nach den Flutschäden wieder hergestellt sind.

Diesel- und Nikotinabhängige erreichen in fünf Minuten mit dem Auto Luxemburg; Trier und Bitburg sind in etwa eine halbe Stunde entfernt.

Camping Röders Park

Stellplätze am Teich

Der Platz gehört zur Vereinigung der Premium Camps, und dies völlig zu Recht. Selbst der anspruchsvollste Besucher wird hier kaum etwas zu kritisieren finden, für den einen oder anderen mag das Original-Campingfeeling vielleicht angesichts des gebotenen Komforts etwas verloren gehen. Wir haben es genossen.

Man trifft auf eine freundliche und wirklich im positiven Sinne professionelle Platzführung. Es ist alles in Ordnung, aber dass es in Ordnung gehalten wird, passiert unaufdringlich, es fällt dem Gast nicht auf, obwohl die Betreiberfamilie gefühlt von früh bis spät auf dem Platz unterwegs ist und sich kümmert.

Rezeption

Kurz gesagt: freundlich, professionell, hotelähnlich, Infos und Broschüren satt – 5 Sterne.

Gelände

Außenterrasse des Gasthauses mit Blick über den westlichen Platzteil

120 Standplätze befinden sich auf dem interessant strukturierten und gärtnerisch liebevoll und ansprechend gestalteten Gelände. Jeder Platz hat mindestens 100 qm (Betreiberangabe), ebene Flächen, gekiesten Vorzeltbereich, Frisch-/Abwasser und Strom: 5 Sterne. Besonders die Stellplätze unmittelbar am See sind natürlich zu Recht begehrt.

Während der Ruhezeiten gibt es keinen Fahrzeugverkehr auf dem Gelände. Das gilt nicht für die Übernachtungsplätze am Zufahrtsweg, auf denen Gespanne auch angehängt stehen bleiben können.

Nachts ist es ohnehin ruhig, die vorbeiführende Straße ist kaum befahren. Davon abgesehen ist aber das Betriebskonzept auch eher auf den ruhesuchenden Gast ausgelegt: Wer Rummel, Animation, Kinderbelustigung und Ähnliches braucht, dürfte auf den großen Anlagen in der Nähe besser aufgehoben sein.

Sanitär

Auch hier 5 Sterne. Es stehen zwei Sanitärgebäude, beheizt und musikalisch dezent beschallt, zur Verfügung, die Sanitärausstattung ist hervorzuheben: einzelne Räume in komfortabler Größe, in denen sich Waschbecken, Dusche und ausreichend Haken befinden; sehr sauber, keine Limits bei den Duschen.

Waschmaschine/Trockner (Geldeinwurf) vorhanden, Mietbäder sind möglich.

Versorgung

WLAN ist kostenpflichtig, Mobilfunk gut. Strom (wird nach Verbrauch berechnet) kommt mit 16A aus CEE-Dosen, Wasser und Abwasser, wie bereits erwähnt, direkt am Platz.

Für den täglichen Bedarf gibt es den Minimarkt in der Rezeption für den täglichen Bedarf und einen Brötchenservice, gute Einkaufsmöglichkeiten bieten die Supermärkte im Ort. Auch das Platzrestaurant wusste qualitativ zu überzeugen und ist durchaus einen Besuch wert.

Eine Fahrradstation mit umfassender Werkzeugausstattung gibt es natürlich auch.

Umgebung

Soltau liegt im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Schon auf der Homepage des Campingplatzes werden zahlreichen Freizeitmöglichkeiten beschrieben und verlinkt, und wem das nicht reicht, der kann sich an der Rezeption mit Papier eindecken. Einzelne Empfehlungen würden hier den Rahmen sprengen.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass man direkt vor Ort einen Mietwagen in Anspruch nehmen kann, insbesondere für Wohnmobilisten ein Gewinn an Mobilität.

Fazit

Hier kommt man gerne hin, hier fühlt man sich wohl, und hierhin kommt man wieder – letzteres ist auch die Rückmeldung anderer Gäste im Gespräch.

wkl/jkl

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